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2008 ist das Jahr der Mathematik - und das
muss es auch bei der Personalplanung im Strafvollzug sein!
Kommentar zur Personalpolitik von
Dörthe Hilbig, stellvertretende Landesvorsitzende des BSBD Brandenburg
Wir schreiben den 01.
Januar im Jahre 2013 und wiederholen das Rechnen mit rationalen Zahlen.
Sie lachen? Das könnte auch
Ihnen eventuell vergehen, wenn Sie lesen worum es geht und wie alles begann.
Im Jahre 2008 wurde
für das Jahr 2012 eine Zielzahl von insgesamt 789
Mitarbeitern im Allgemeinen Vollzugsdienst geboren. Dieses an der
Basis arbeitende Fachpersonal soll dann noch in der Lage sein, das vom
Gesetzgeber geforderte Vollzugsziel unter Beachtung aller Sicherheitsaspekte
umzusetzen. Was sich wohl schon jetzt als sehr schwierig herausstellt.
Der BSBD Brandenburg
warnte in vielen Gesprächsrunden und Gremien vor dieser Entwicklung und
verdeutlichte, wie sich diese Zielzahl auf die kommenden Jahre auswirken
würde.
Da ja seit längerer Zeit
durch das intensive Einwirken des Finanzministers des Landes feststand, dass
keine Ausbildung für den Allgemeinen Vollzugsdienst stattfinden wird, war
die Rechnung bereits 2008 sehr einfach.
Zum 01.01.2008 hatte das
Land Brandenburg 869 Mitarbeiter im Allgemeinen Vollzugsdienst. Da ja kein
Geld da war und zwecks Einsparungen immer mehr Personal abgebaut werden
musste, wurde natürlich auch nicht ausgebildet. Somit kam keine rechnerische
Größe hinzu. Damit stand bereits 2008 fest, dass bis heute (01.01.2013)
allein durch das Erreichen der Altersgrenze 130 ehemalige Mitarbeiter des
AVD nicht mehr in den Dienststellen tätig sein werden.
Da rechne ich doch mal kurz
nach:
Istzahl
2008 = 869 Mitarbeiter im AVD
Abgänge durch Erreichen
der Altersgrenze bis
2012 = - 130 Mitarbeiter (ehemalig im AVD)
___________________________________________________________________
Istzahl
2012 = 739
Mitarbeiter im AVD
ABER die Zielzahl
für 2012 lautet doch 789 Mitarbeiter ?
739 - 789 =
- 50
Hoppla! . . . - 50 .
. . Das heißt, wir bewegen uns in 2013 mit wenigstens 50
Vollzugsbediensteten unter der Zielzahl, welche 2008 ins Rennen
geschickt wurde?
Ich möchte hier noch einmal
ausdrücklich betonen, dass sich die Zahl von 130 Abgängen bis 2012 nur
durch das Erreichen der Altersgrenze ergeben hat. Wenn
Zwangspensionierungen, Krankheit oder gar Schlimmeres diese Zahl in nur 4
Jahren auf möglicherweise 145 + ? ansteigen lassen, fehlen sogar 65 + ?
FACHKRÄFTE.
. . . kehren wir also zurück
. . .
Noch befinden wir uns im 1.
Quartal des Jahres 2008 und könnten somit noch etwas an den Zahlen in 2013
ändern? Die Fakten sind bekannt und sprechen für sich. Wer diese aber nicht
wahrhaben will, muss später auch die Konsequenzen tragen. Vielleicht sind
die Verantwortlichen dann aber gar nicht mehr da und die Konsequenzen tragen
ganz andere?
Aber ich bin 2012 noch da
und mit mir noch einige, die dann hinter sich schauen und möglicherweise
keine Anwärter, nämlich unseren Nachwuchs, sehen. Jedoch steht eindeutig
fest, dass diesem Personalloch welches 2012 zu entstehen droht, nur mit
Ausbildung und Einstellung entgegen zu wirken ist.
Die Politik ist hier
gefordert! In die Zukunft muss investiert werden! Ausbildung kostet nun
einmal Geld und auch viel Zeit.
Nicht nur in der freien Wirtschaft gilt dieses Prinzip, auch im
Strafvollzug muss in FACHKRÄFTE investiert werden. Damit erst in 2012
zu beginnen, ist eindeutig zu spät.
Deshalb nicht die Augen
vor der Wahrheit verschließen, sondern immer wieder nachfragen und
NACHRECHNEN! Die Zeit läuft und Mathematik ist gar nicht so schwer.
Man muss nur eins und eins zusammenzählen und aus dem
Ergebnis die richtigen Schlüsse ziehen.
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