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Angemerkt:
Der öffentliche Dienst ist mehr wert,
forderten die Gewerkschaften. Und sie meinen nicht nur den Geldbeutel der
Beschäftigten.
Für gewöhnlich nur bei ausweislich
ungefährlichen Situationen, in Wahljahren auch mal mit im Brustton tiefster
Überzeugung formuliert die Politikkaste ihre Phrasen für das Volk.
Und gewöhnlich wissen alle, so was geht auch
wieder vorbei.
In Brandenburg wird in diesem Jahr auch
wieder gewählt, und wer da von seinen Kandidaten Fakten verlangt, die mit
Geld verbunden sind, der wird diesmal nur müde angelächelt. Die
Wirtschaftskrise macht´s möglich.
Zugegeben, im Strafvollzug sind weniger
Haftplätze belegt, als vor Jahren prognostiziert. Und schon in normalen
Zeiten ist sitzt hier der Rotstift der Finanzleute locker. In
einnahmeschwachen Zeiten verstärkt sich das dann noch einmal.
Politiker beschwören in solchen Situationen
gern die Verpflichtung, für die Zukunft vorzubauen. Das macht auch vor der
Gefängnisverwaltung nicht hat. Und doch haben Volksvertreter und
Landesregierung das Kunststück fertig gebracht, überall die Wichtigkeit
eines sicheren Vollzuges herauszustellen, um dann sozusagen noch in der
Kehrtwendung rigoros das Personal ohne Aufgabenkritik zu kürzen und die
Ausbildung seit Jahren völlig einzustellen.
Die Folgen werden die Politagierenden der
nächsten Legislatur auslöffeln müssen. Schon in 2012 wird die Personaldecke
in den Gefängnissen so dünn sein, dass die berühmte Decke in Stücke reißen
wird.
Derzeit sind allein im AVD 821 Stellen
besetzt, politische Zielzahl für 2012 sind 788 Stellen. Mit den zu
erwartenden und planbaren Personalabgängen wird aus einem aktuell kleinen
Überhang trotz eines kleinen Ausbildungskontingentes ein Minus von 34 nicht
besetzten Stellen.
Das ist allein für den Bereich des
Strafvollzuges die das politische Erbe des Kürzungsunwesens. Da ist noch
nicht eingerechnet, dass die vorprogrammierte Arbeitsverdichtung zu weiteren
Ausfällen führen wird. Und an wieder steigende Gefangenenzahlen denkt
offensichtlich in der Politik auch keiner.
Deshalb ist die Politik auch jetzt noch
aufgefordert, nicht künstlich Notstand vorzuwirtschaften. Das dank der
Föderalismusreform splitternde Dienstrecht sorgt dann auch noch dafür, dass
der Standort Brandenburg für potentielle Interessenten unattraktiv wird.
Eine grausige Vorstellung: wir haben moderne
Gefängnisse, wir haben behandlungsorientierte, anspruchsvolle Gesetze und
keiner ist da, der die Arbeit macht.
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