|
Arbeitstagung des Hauptausschusses des Landesverbandes in Luckau
Die turnusmäßige Sitzung
des Hauptausschusses hatte zwei wesentliche Arbeitsschwerpunkte, die
aktuelle Lage des Vollzuges im Zusammenhang mit der Haushaltsdiskussion und
die Vorbereitung des Gewerkschaftstages des Landesverbandes im Herbst
Für den erkrankten Landesvorsitzendes Willi Köbke hat der
Leiter der Landesgeschäftsstelle Burghard Neumann die Führung des BSBD
Brandenburg auf Zeit übernommen. Damit war dann auch das Management der
Frühjahrssitzung ein Meilenstein der Arbeit.
Vor der eigentlichen Sitzung hat das Gremium diesmal noch
einen Arbeitsbesuch in der gerade bezogenen neuen JVA Luckau-Duben,
wie sie offiziell heißt, durchgeführt. Diese JVA ist der Ersatzbau für die
jetzt zu schließende 15 km entfernte alte Anstalt Luckau. Hier hatte sich
damals der BSBD massiv dafür eingebracht, den Ersatzbau nicht in der Nähe
von Brandenburg, sondern hier in der Nähe des alten Standortes zu errichten.
Diese Anstalt ist das letzte große Neubauvorhaben im
Justizvollzug des Landes Brandenburg.
Das Gremium vor der
Anstaltsmauer der JVA Duben
Übrigens, was da auf dem Foto zwischen den Mitgliedern des
Hauptausschusses so besonders deutlich rot leuchtet, ist nicht der stolze
märkische Adler, sondern unser Ehrenmitglied Wilhelm Bokermann, auf das wir
natürlich ebenso stolz sind.
|
… auch wenn noch keiner weiß, wie das funktionieren soll. |
Aber zurück zur Arbeitstagung:
Wie dramatisch sich insbesondere die Haushaltslage darstellt
zeigt schon allein ein Fakt; Brandenburg verzichtet bis 2007 auf die
Ausbildung von Nachwuchs im allgemeinen Vollzugsdienst. Damit klafft,
wenn die jetzige Klasse ihre Prüfung abgelegt hat eine große Lücke im
Generationsgefüge der Bediensteten. Und damit nicht genug, so sollen bis
2009 insgesamt 155 Stellen im Vollzug wegfallen, das ist on der
Landesregierung beschlossen, auch wenn noch keiner weiß, wie das
funktionieren soll. Der Haftplatzbedarf wird auf 2.500 Plätze
heruntergefahren mit der Option ( Drohung ) einer weiteren Reduzierung und
natürlich dann weiterem Personalabbau.
Der BSBD sieht diese Entwicklung sehr kritisch und ist hier
mit der Justizministerin Beate Blechinger in ständigem Gespräch.
Zumindest bisher hält die Fachabteilung an 2.500 Haftplätzen
fest, auch wenn derzeit nicht alle benötigt werden.
Mit Besorgnis sieht der Landesverband auch Tendenzen, den
Werkdienst als besondere Fachrichtung im Vollzug personell weiter
abzuschmelzen. Wir glauben, dass solche Entscheidungen mittel- bis
langfristig dem Vollzug großen Schaden zufügen werden, weil die
Fachkompetenz dieser Gruppe bei der Beschäftigung der Gefangenen im größten
Behandlungszeitraum, dem Arbeitseinsatz, aufgegeben wird und damit letztlich
fachkompetente Behandlung selbst. In absehbarer Zeit wird der Einsatz teurer
Beschäftigungsprogramme und profitorientierter Maßnahmeträger kein haltbares
Konzept mehr darstellen, weil die Orientierung auf förderwürdige Gefangene –
gleich ob im Jugendvollzug oder im Erwachsenenvollzug - eine Sackgasse sein
wird.
Für einige Unruhe hat dann auch ein Erlass des Ministeriums
gesorgt, der als „Familienerlass“ regeln soll, dass in verwandtschaftlicher
Beziehung stehende Bedienstete, verkürzt ausgedrückt, nicht zusammen Dienst
verrichten sollen. Diese Regelung geht so entschieden zu weit und wird nicht
hingenommen werden. Wenn wir etwas jetzt nicht gebrauchen können, dann ist
das weitere Verunsicherung und Beziehungsspionage.
Die Diskussion geht auch
in der Arbeitspause weiter
|
Strafvollzug – Innnere Sicherheit contra
Wirtschaftlichkeit!? |
Das große zweite Thema war die Vorbereitung des
Landesgewerkschaftstages des BSBD Brandenburg, der im Herbst 2005 in Potsdam
abgehalten werden soll ( siehe gesonderte Info zur Einberufung).
Für die Tagungsvorbereitung wird erstmalig ein
Organisationsteam verantwortlich zeichnen, das mit den Kollegen Rainer
Krone, Manfred Kühne und Bodo Schubert eine engagierte und routinierte
Besetzung erfahren hat. Tagungsort wird das zentral gelegene Mercure-Hotel
an der Langen Brücke sein. Der Hauptausschuss hat zudem beschlossen, nicht
nur traditionsgemäß am Tag vor dem Gewerkschaftstag erneut zu tagen, sondern
unter den Blickwinkel Haushaltskonsolidierung, Bauprogramm und
Personalplanung am 21.05 2005 mit einer eintägigen Veranstaltung das weitere
gewerkschaftspolitische Vorgehen zu beraten.
Ehrenmitglied Wilhelm
Bokermann und Tarifexperte Manfred Kühne in angeregter Diskussion
Besondere große Aufmerksamkeit fand dieses Mal auch der
Bericht zum Rechtsschutz durch Kollegen Friebel. Das gibt es wohl nicht so
häufig, dass zur gleichen Zeit weit über 20 Disziplinar- und Strafverfahren
gleichzeitig gegen Bedienstete einer Anstalt laufen und der BSBD hier mit
großem Engagement, aber auch mit Sachverstand und Fingerspitzengefühl
agieren muss.
Wichtig ist natürlich auch im BSBD Brandenburg, was der
Landesschatzmeister und Kassenprüfer zu berichten haben. Kollege Lemke legt
wie gewohnt einen saubere Abrechnung des letzten Kalenderjahres vor, dies
wurde vom Kollegen Lehmann in seiner Funktion als einer der Kassenprüfer
bestätigt, Ergebnis: der Vorstand konnte für das vergangene Geschäftsjahr
entlastet werden. Ein ebenso sachlich strukturierter Haushaltsentwurf für
2005 fand genau so die Zustimmung des Gremiums.
Mit Berichten der anderen Funktionsträger und der
Ortsvorsitzenden ging das Arbeitstreffen am 2. Tag mit dem gemeinsamen
Mittagessen zu Ende.
|