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Die Auswirkungen der
Föderalismusreform insbesondere im Dienstrecht, aber auch für den
Strafvollzug fordern den BSBD und seine Mitglieder
Herbsttagung des BSBD
Brandenburg wurde zu einer ersten Positionsbestimmung genutzt. Fazit: 2007
wird alles andere als ein ruhiges Jahr für die Mitglieder unserer
Gewerkschaft
Am 8. und 9. Dezember 2006 fanden sich die Mitglieder des
Hauptausschusses in den Räumen der Dienstleistungsabteilung bei der JVA
Brandenburg a.d.H. zur Herbsttagung des Gremiums zusammen.
Auf der Tagesordnung
standen unter anderem
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Vorhaben der
Landesregierung zur Änderung des Sonderzahlungsgesetzes und daraus
resultierende Notwendigkeiten gewerkschaftlicher Reaktionen
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die
aktuelle Entwicklung im Strafvollzug des Landes
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das neue Tarifrecht und
seine Auswirkungen
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die haushaltspolitischen
Planungen der Landesregierung für 2007 und darüber hinaus insbesondere in
Hinsicht auf die Personalausstattung
-
dienstrechtliche Probleme
im Ergebnis der Föderalismusreform
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Strafvollzugsgesetzgebung
insbesondere zum Jugendstrafvollzug und daraus resultierende
Notwendigkeiten für die gewerkschaftliche Arbeit
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Bundesgewerkschaftstag
des BSBD in Hamburg 2006
-
sowie die üblichen
verbandsorganisatorischen Probleme.
Zu Beginn wurde die brandaktuelle Problematik der
Streichung des Weihnachtsgeldes durch Änderung des Brandenburgischen
Sonderzahlungsgesetzes thematisiert. Neben den medialen Positionierungen
vieler Gewerkschaften und Verbände war ein erster Aktionstag in Potsdam -
Protestdemonstration zum Landtag anlässlich der ersten Lesung dieses
Gesetzentwurfes am 22. November 2006 - durchgeführt (dazu ist schon
berichtet).
Ein erster Teilerfolg wurde erreicht: Die Behandlung
des Gesetzentwurfes ist auf das Frühjahr 2007 verschoben, da ein Teil
der Landtagsabgeordneten der SPD ihrer politischen Führung den Gehorsam
verweigerte. Ministerpräsident Platzeck (SPD) erklärte die
Problematik zur Chefsache und kündigte an, in Verhandlungen mit den
Gewerkschaften nach einem Kompromiss zu suchen. Sein Finanzminister
Rainer Speer (SPD) erklärte fast zeitgleich, auch der Ministerpräsident
komme nicht umhin, an der Streichung des Weihnachtsgeldes festzuhalten, er
werde es nur mit anderen Worten verkaufen müssen. Ein wohl eindeutiges
Zeichen an die Beschäftigten in der Landesverwaltung und ihre
Interessenvertretungen, dass diese Aktion allein nicht reicht, um ein
Umdenken bei den Mitgliedern der Landesregierung und der sie tragenden
Koalition zu bewirken.
Die Mitglieder des Hauptausschusses waren sich einig darin,
dass weitere Aktionen folgen müssen und der BSBD sich daran
beteiligen wird. Um noch besser als BSBD erkennbar zu sein ist es notwendig,
den Bestand an Demo-Ausrüstung zu erweitern und auszubauen. Hierzu wurden
erste Ideen diskutiert. Es wurde beschlossen, dass Vorschläge hierzu beim
Kollegen Rainer Krone
(Cottbus) und bei Johanna Schröder (Brandenburg) gesammelt werden sollen
und dann dem Landesvorstand zur Realisierung übergeben werden.
Kürzungen im
Personalbestand für den Justizvollzug sind verheerend für die
Aufgabenerfüllung
Kritisch wurden die haushaltspolitischen Planungen der
Landesregierung insbesondere für den Strafvollzug bewertet. In 2007 wird
vorgesehen, mit dem drastischen Stellenabbau im Justizvollzug zu beginnen.
So weisen die Vorgaben eine Reduzierung von insgesamt 43 Stellen,
davon 36 allein im AVD aus. Eindeutig ist auch bezeichnet, dass 13 von
diesen Stellen zur Finanzierung des Projektes der Behandlung von
Jugendstraftätern in Einrichtungen externer Träger vorgesehen sind.
Zwar ist aus der ursprünglichen Absicht der Einrichtung einer
alternativen Form des Jugendstrafvollzuges zumindest in den Erklärungen der
Ministerin eine besondere Form der Behandlung außerhalb der
Vollzugseinrichtung mit dem Charakter einer Lockerung und Erprobung
geworden, es bleibt aber dabei, dass dies zu Lasten des Justizvollzuges
insbesondere des Personalbestandes erfolgt. Gegenwärtig sind hierfür 6
Plätze in Liepe eingerichtet - man führe sich nur vor Augen, was in einer
Jugendstrafanstalt mit einem Gefangenen-Bedienstetenverhältnis von 6
Jugendlichen zu 13 Bediensteten geleistet werden könnte!
Bis zum Jahr 2010 wird ein Abbau bis auf 1144 Stellen
vorgesehen (die Stellen für Externe und für den Jugendarrest sind hierbei
herausgerechnet). Mit diesem Personalbestand - so die einmütige Meinung des
Hauptausschusses - werden die bisherigen heeren Vorstellungen der
Justizministerin zur qualitativen und quantitativen Verbesserung der
Behandlung in den Justizvollzugsanstalten konterkariert, denn auch
vollzugliche Laien können leicht erkennen, dass eine Ausweitung der durch
die Bediensteten zu lösenden Aufgaben bei Reduzierung des zur Verfügung
stehenden Personals eine „Quadratur des Kreises“ darstellt. Insofern
ist es Realitätsverweigerung, wenn die Justizspitze im Land
Brandenburg einen wirksameren Strafvollzug wegen der nun bestehenden
Zuständigkeit für die dementsprechende Gesetzgebung propagiert, gleichwohl
aber dem Stellenabbau nicht energisch entgegentritt und damit klaglos die
deutlich erkennbaren Folgen in Kauf nimmt. Genau das ist der Inhalt eines
Schäbigkeitswettbewerbes, wie ihn die Fachleute prognostiziert haben,
und Ausbaden müssen es dann die Beschäftigten in den
Justizvollzugseinrichtungen.
Landesregierung fordert
von der Wirtschaft Ausbildung, verweigert sich jedoch selbst
Äußerst problematisch wird durch den Hauptausschuss auch die
Einstellung der Ausbildung für den allgemeinen Vollzugsdienst
bewertet. Nicht nur, dass die Landesregierung unglaubwürdig ist, wenn sie
von der Wirtschaft ein höheres Engagement in der Ausbildung der jungen
Generation einfordert, sich selbst aber von diesem Engagement ausnehmen
will, es widerspricht auch den Erfordernissen künftiger Aufgabenerfüllung,
wenn man auf Verschleiß fährt und urplötzlich dann fehlendes Fachpersonal
beklagt. Von Weitsicht kann man hier wohl nicht sprechen, wenn man immer
wieder die Verantwortung für die künftige Generation vollmundig beschwört.
Der Hauptausschuss des BSBD ist zu der Auffassung
gelangt, dass der Landesvorstand im Jahr 2007 sowohl in Hinsicht auf die
gesetzgeberischen Vorhaben zum Strafvollzug aber auch einer realistischen,
den vorgesehenen Ausweitungen der Aufgaben entsprechenden
Personalausstattung im Strafvollzug im Rahmen des Ressorts, im Landtag und
in der Öffentlichkeit verstärkt tätig werden muss. Hierbei sind neben der
Justizspitze und den rechtspolitischen Sprechern auch die Fraktionsspitzen
und die finanzpolitischen Sprecher der Landtagsparteien einzubeziehen.
Föderalismusreform und
deren landespolitische Auswirkung
Hinsichtlich der Auswirkungen der Übertragung der Kompetenzen
zur Gestaltung des Dienstrechtes vom Bund auf die Länder war klar,
dass auch hier die Vorstellungen der Landesregierung dahin gehen, solche
Regelungen zu schaffen, die letztlich im untersten Niveau im
Vergleich zu den anderen Bundesländern angesiedelt sind. Insofern wird
besonders der Landesbund des dbb, aber mit ihm auch alle Fachgewerkschaften
und -verbände gefordert sein, solchen widersinnigen Bestrebungen Einhalt zu
gebieten. Ein leistungsförderndes und motivierendes Dienstrecht - und nur
das ist modernes Dienstrecht - ist nicht zum Billigtarif zu haben.
Gleichwohl gilt es auch im Land Brandenburg den immer wieder
von den politisch Verantwortlichen beschworenen Gleichklang zwischen den
Statusgruppen zu gewährleisten. Dies bedeutet derzeit konkret, das
Tarifergebnis zeit- und inhaltsgleich auf den Besoldungssektor anzuwenden.
Gerade hier dürfte es für den Finanzminister verlockend sein, die nunmehrige
Kompetenz des Landes zu einseitigen Belastungen für die Beamten zu
nutzen. Dem ist konsequent entgegenzutreten und dazu bedarf es dem
Engagement aller Mitglieder. Ganz gleich wie der Kampf gegen die Streichung
des Weihnachtsgeldes auch ausgehen wird, er ist bedeutsam für die weiteren
Vorhaben der Verschlechterungen in der Gestaltung des brandenburgischen
Dienstrechts.
Bundesgewerkschaftstag
des BSBD
Der Hauptausschuss wurde durch die anwesenden
stimmberechtigten und Gastdelegierten zum Verlauf und zu den Ergebnissen des
Bundesgewerkschaftstages in Hamburg in Kenntnis gesetzt. Hierbei wurde
insbesondere die Bedeutung der Zusammenarbeit der Landesverbände
unter dem Aspekt der veränderten Reglungskompetenzen im Dienstrecht und für
den Strafvollzug hervorgehoben. Besonders die gegenseitige Information, die
wechselseitige Unterstützung bei Problemen mit erkennbar überregionaler
Bedeutung (z.B. Privatisierung) und die Koordination von Aktivitäten werden
künftig noch stärker im Fokus der Arbeit der Bundesleitung stehen. Daraus
resultierend wurden die satzungsrechtlichen Grundlagen erheblich
überarbeitet und fanden auch mehrheitlich Zustimmung der Delegierten. Mit
dem Kollegen
Burghard Neumann
ist außerdem der Landesverband weiterhin im Bundesvorstand vertreten.
Verbandsorganisatorische
Probleme
Neben den üblichen
verbandsorganisatorischen Sachverhalten, zu denen überwiegend positive
Resümees gezogen werden konnten, gab es noch Probleme zu beraten, die auf
regionale, satzungs- und vereinsrechtliche Bestimmungen ignorierende
Egoismen zurückzuführen sind. Ausgehend von den grundsätzlichen Aufgaben
des BSBD als Gewerkschaft für Strafvollzugsbedienstete hat der
Hauptausschuss den Landesvorstand beauftragt, Maßnahmen zur Bereinigung der
Unstimmigkeiten einzuleiten.
Pünktlich am Samstag konnte der Hauptausschuss seine
arbeitsintensive Tagung beenden. An dieser Stelle sei noch mal dem
gastgebenden Ortsverband Brandenburg für die hervorragende Organisation im
Namen aller Teilnehmer gedankt.
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