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Dienstkleidung in
Brandenburg vor dem Aus-(lumpen)
Für die Träger von Dienstkleidung in der
brandenburgischen Justiz im Allgemeinen und im Vollzug im Besonderen wird
schon der Start in den Dienstalltag zur Gewissensfrage!
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Die Justiz erscheint in der Öffentlichkeit manchmal etwas
ramponiert, in Brandenburg zunehmend auch optisch! |
Dienstkleidung auf dem Rückzug? |
Es geht hier nicht um die zugegebener Maßen
manchmal auch recht schwierige Frage, ob der Gang zum Dienst überhaupt
sinnvoll sein kann. Vielmehr stellt sich für viele Dienstkleidungsträger die
Frage, die zumindest die leierte Männerwelt nur aus dem heimischen Haushalt
kennt: „Was ziehe ich heute an?“
Uniformierte sind da eigentlich immer im gut
dran. Die Antwort auf diese schwerwiegende Frage der Menschheit hat ihnen
der Dienstherr weitgehend abgenommen. In der brandenburgischen Justiz ist
zunehmend Schluss mit dieser Sorglosigkeit. Die seit Dezember 1994
eingeführte Dienstkleidung hat nicht mehr gefallen und war wohl auch in Art
und Umfang nicht mehr zeitgemäß.
Dass in Bezug zumindest auf den Umfang und
die berühmten Tragezeiten diese grau-grüne Dienstkleidung durchaus Ecken und
Kanten hatte war von je her unbestritten.
Schon vor Jahren gab es dann also eine
Kommission, die die Dienstkleidung zeitgemäß gestalten sollte, damals sogar
noch im Verbund mit dem Land Berlin. Das hätte die Beschaffung finanziell
günstiger werden lassen sollen. Die neue Dienstkleidung ist entstanden, die
Kooperation nicht. Brandenburg musste da eigene Wege gehen. Musterberatung,
Sortimentserweiterung, Dienstanweisungsänderung,
Personalvertretungsbeteiligung, Probetragen im Praxistest – alles war gut.
Die Neue – jetzt im Stahlblau vieler Sicherheitsbereiche wurde erprobt und
die Erprobung beraten. Bis hier ist noch immer alles gut. Und die alte
Dienstkleidung? Beschaffung eingestellt, Restbestände der zentralen
Kleiderkammer bei der JVA Brandenburg werden aufgebraucht, dann ist ja die
Neue da!
Ab hier wird es peinlich! Die chic
aussehende neue Dienstkleidung beginnt an ihren Probeträgern allmählich zu
verschleißen. Tagtäglicher Dienst lässt auch die strapazierfähigsten Stoffe
an ihre Grenzen stoßen. Ersatzbeschaffungen werden zunehmend auf das
Vertröstungsgleis geschoben. Dort treffen die neuen Alten dann auf die alten
Alten, denn inzwischen sind in den gängigen Konfektionsgrößen auch die
Restbestände aufgebraucht.
Pfiffige Dienststellenleiter haben da schon
lange auf die amtliche Kleiderordnung gepfiffen und die Kolleginnen und
Kollegen zu eigener Kreativität ermuntert oder diese auch einfach verordnet.
T-Shirts in schwarz mit dem Aufdruck „Justiz“ oder grau-dunkelgraue
Latzhosen sind da nur einige Favoriten. Sieht ja auch alles schön „amtlich“
aus, nur mit der landeseigenen Dienstkleidung hat das alles herzlich wenig
zu tun.
Im Vollzug zumindest sollen die Bediensteten
die Gefangenen anhalten, in einer sauberen vor allem vollständigen
Anstaltskleidung aufzutreten. Mit dem Verweis auf die eigenen ausgebleichten
und zerschlissenen Klamotten werden sie da von den Gefangenen wohl nur noch
müde belächelt werden!
Das, womit heute jeder kleine
Handwerksbetrieb zunehmend Unternehmensverbundenheit erzeugt und deutlich
Unternehmenspräsens demonstriert, scheint in der Justiz nicht wirklich
wichtig zu sein. Und schlechter kann der Start in eine neue
Dienstkleidungsära wohl kaum noch ausfallen!
Dem Kammerleiter in Brandenburg glaubt
keiner, dass er nichts mehr hat und dem Justizministerium scheint das Aus-
und damit das Ansehen der Justiz egal zu sein. Oder doch nicht? |