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Wer bestimmt, in welche
Richtung sich der Strafvollzug des Landes entwickelt?
Auf der Frühjahrstagung des BSBD
Brandenburg wurde festgestellt, dass die Finanzpolitik des Landes
Brandenburg Einfluss auf die Personalentwicklung im Strafvollzug nimmt und
somit die Aufgabenerfüllung und die damit verbundene innere Sicherheit
gefährdet
Am 30. und
31. März 2007 fanden sich die Mitglieder des Hauptausschusses in den Räumen
der Dienstleistungsabteilung bei der JVA Brandenburg a.d.H. zur
Frühjahrstagung des Gremiums zusammen. Das Frühlingsfest der JVA und auch
das schöne Wetter durften nicht davon abhalten, die anstehenden Themen zur
Strafvollzugsentwicklung und zu strukturellen Verbandsfragen zu diskutieren
und eine Position zu erarbeiten.
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aus dem Tagungsgebäude
auf die alte Einfahrt |
Auf der Tagesordnung standen unter anderem:
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die Auswertung der Aktivitäten gegen die volle Kappung der
Sonderzahlung
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die aktuelle Entwicklungen im Strafvollzug des Landes
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der Stand des Gesetzgebungsverfahrens zum Jugendstrafvollzug
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die Auswirkungen der haushaltspolitischen Planungen der
Landesregierung auf die Personalentwicklung im Strafvollzug insbesondere
in Hinsicht auf die Stellenstreichungen bis 2009 und ab 2010 und daraus
resultierende Notwendigkeiten für die gewerkschaftliche Arbeit
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Finanzhaushalt des Landesverbandes
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sowie die üblichen verbandsorganisatorischen
Beratungsgegenstände.
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Das
Gremium bei der Beratung |
Willi Köbke führt
gewohnt routiniert |
Zu
Beginn wurde das Ergebnis der noch im Dezember 2006 anliegenden Problematik
hinsichtlich der Streichung des Weihnachtsgeldes durch Änderung des
brandenburgischen Sonderzahlungsgesetzes thematisiert.
Das
geschlossene Auftreten aller Gewerkschaftsverbände in Potsdam hat deutlich
gezeigt, es lohnt sich, gemeinsam für eine Sache einzustehen und gegen
unsinnige Vorhaben der Landesregierung in breiter Front vorzugehen.
Der Erfolg
dieses geballten Protestes ist die Weiterzahlung des Weihnachtsgeldes mit
einem Sockelbetrag und einem Gewinnbetrag nach Steuerschätzung bis
einschließlich 2009, die nicht weiter zeitverzögerte Ost-West-Angleichung
der Bezüge und eine lineare Erhöhung dieser um 1,5 %.
Das sind
Ergebnisse, die sich der eine oder andere vielleicht üppiger vorstellen
könnte, aber neben den materiellen Ergebnissen war gleichwohl wichtig, der
Landesregierung zu zeigen, wie voll das Fass ist und dass die Solidarität
unter den Beschäftigten über Statusgruppen und gewerkschaftlicher
Orientierung hinweg in der Lage ist, die Landesregierung vom Willkürross
herunterzuholen.
Die
Mitglieder des Hauptausschusses waren sich einig darin, dass sich der BSBD
mit seinen Mitgliedern weiter aktiv an Aktionen beteiligen wird. Um aber
noch besser als BSBD erkennbar zu sein, wurde der Beschluss gefasst, den
Bestand an Demo-Ausrüstung „aufzurüsten“. Als BSBD Brandenburg sehen wir,
dass solche Gewerkschaftsarbeit auch in Brandenburg wohl häufiger gefragt
sein wird und wir werden dann deutlich sichtbar dabei sein.
Vollzug
der Jugendstrafe soll in Brandenburg endlich mit Gesetz geregelt werden
Im Januar
2007 wurde dem Landesvorstand der Entwurf für ein Gesetz über den Vollzug
der Jugendstrafe im Land Brandenburg zur Stellungnahme übersandt.
Positiv
ist, so Landesvorsitzender Willi Köbke, im ersten Entwurf zu
bewerten, dass in Brandenburg eine gesonderte gesetzliche Regelung für den
Vollzug der Jugendstrafe vorgesehen ist und dieses nicht in ein Gesamtpaket
gefasst wird. Die klare Abgrenzung zum Vollzug der Freiheitsstrafe bei
Erwachsenen ermöglicht, die Besonderheiten der Heranwachsenden zu
berücksichtigen.
Der
Orientierung des JGG wird im Entwurf konsequent gefolgt, so dass der
Jugendstrafvollzug am Erziehungsgedanken ausgerichtet werden soll. Dies hat
zur Folge, dass das Vollzugsziel im Jugendstrafvollzug qualitativ einen
anderen Charakter als das im Erwachsenenvollzug hat.
Konsequenz
dieser Festschreibung sollte sein, dass die personelle, finanzielle und
sächliche Ausstattung eine andere, nämlich höhere als im Erwachsenenvollzug
sein muss.
Hierbei
muss aber schon jetzt darauf hingewiesen werden, dass die Umsetzung nur dann
realistisch ist, wenn die entsprechende Personalausstattung vorhanden ist.
Ein einfaches „Umlagern“ zu Ungunsten des Erwachsenenvollzugs wird vom BSBD
dabei nicht hingenommen werden.
Für die Aufgabenerfüllung
im Justizvollzug sind Kürzungen im Personalbestand verheerend
Kritisch
wurden die haushaltspolitischen Planungen der Landesregierung insbesondere
für den Strafvollzug bewertet.
Bis zum
Jahr 2012 wird ein Abbau bis auf 874 Stellen vorgesehen. Mit diesem
Personalbestand - so die einmütige Meinung des Hauptausschusses - sind die
geforderten Aufgaben nicht mehr zu erfüllen. Es ist zu kritisieren, dass der
Personalansatz nicht mehr nach Aufgaben, sondern nach willkürlich
festgelegten Durchschnittszahlen vorgenommen wird.
Das
Gremium hat in diesem Zusammenhang eine Fachgruppe eingerichtet, die damit
beauftragt wurde, Material zu erarbeiten, das die dramatischen Folgen
solcher Streichungspolitik darstellt. Das Ergebnis dieser Fachgruppe wird
dem Hauptausschuss und dem Landesvorstand als weitere Arbeitsgrundlage
dienen.
Äußerst
problematisch wird durch den Hauptausschuss auch die Verzögerung der
Ausbildung für den allgemeinen Vollzugsdienst bewertet. Es widerspricht
auch den Erfordernissen künftiger Aufgabenerfüllung, wenn man auf Verschleiß
fährt, um dann urplötzlich fehlendes Betreuungspersonal zu beklagen.
Der
Hauptausschuss stellt fest, dass sich kein Politiker des Landes aus seiner
Verantwortung stehlen kann, wenn den unseriösen Vorstellungen von
Finanzminister Speer gefolgt wird.
Um die
Problematik einer sachbezogenen Personalplanung ausgerichtet an der
Aufgabenerfüllung deutlicher zu machen, wird der BSBD Brandenburg noch
intensiver den politischen Diskurs mit der Justizspitze, den
rechtspolitischen Sprechern, aber auch mit den Fraktionsspitzen und die
finanzpolitischen Sprecher der Landtagsparteien suchen.
Verbandsorganisatorische Probleme
Neben
den tagesaktuellen verbandsorganisatorischen Sachverhalten, zu denen
überwiegend positive Resümees gezogen werden konnten, gab es noch ein
Problem zu beraten, das auf regionale, satzungs- und vereinsrechtliche
Bestimmungen zurückzuführen ist.
Ein
wichtiger Tagesordnungspunkt ist natürlich auch immer die Finanzlage. Der
verantwortungsvolle Umgang mit den Mitgliederbeiträgen ist Inhalt der Arbeit
des Landesschatzmeisters und der Kassenprüfer. Letztere haben festgestellt,
dass die Arbeit der Gremien des Landesverbandes sich an den
Hausaushaltsplanungen orientiert hat und empfahlen folgerichtig die
Entlastung des Vorstandes für 2006. Diese ist durch den Hauptausschuss
erfolgt. Landesschatzmeister Christian Lemke hat für 2007 wieder
einen ausgeglichenen Haushaltsvorschlag zur Diskussion gestellt. Auch dieser
wurde einstimmig verabschiedet.
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Schatzmeister Christian
Lemke in Aktion |
Da
gab es spontan die Bemerkung, dass unsere Landesregierung vielleicht mal bei
solchen Organisationen wie uns hospitieren sollte, vielleicht würde dann
verantwortlicher gehandelt.
Wieder deutlicher in das Blickfeld gewerkschaftlicher Arbeit rückt die
Gewährung von Rechtsschutz mit einer beständig steigenden Zahl von
Betreuungsfällen. Dies ist die Feststellung vom Rechtsschutzverantwortlichen
Frank-Uwe Friebel. Jahrelange Verfahrensverzögerung und
zurückgestellte Disziplinarverfahren verunsichern nach Auffassung des BSBD
die Kolleginnen und Kollegen im täglichen Dienst, demotivieren und
benachteiligen in unverantwortlicher Weise die dienstliche Entwicklung.
„Schlimmstes“ Beispiel dafür sind die seit Unzeiten schwebenden Verfahren
gegen Kollegen aus der JVA Brandenburg.
Trotz
eines wieder sehr umfangreichen Tagungsprogrammes konnte am Samstag der
Hauptausschuss seine arbeitsintensiven Beratungen beenden.
Landesvorsitzender Willi Köbke verabschiedete die Mandatsträger in ein
verkürztes, aber sonnenreiches Wochenende.
An dieser Stelle sei
noch einmal dem gastgebenden Ortsverband Brandenburg um Manfred Kühne
für die hervorragende Organisation im Namen aller Teilnehmer gedankt. Dies
war wohl die letzte Tagung in den alten Räumen der Dienstleistungsabteilung.
Im Herbst müssen die markanten Gebäude den geplanten Umbauten weiche.
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