Frühjahrstagung
des Hauptausschuss des BSBD Brandenburg
Zur
diesjährigen Frühjahrstagung fanden sich die Mitglieder des
Hauptausschusses am 22. und 23. März 2002 im Jugendgästehaus des
Erzbistums Berlin „Anselm von Havelberg“ in Berlin-Kladow ein.
Am
Nachmittag befaßte sich das Gremium mit aktuellen vollzuglichen
Problemen. Hierbei ging es insbesondere um die Erweiterung der
Haftplatzkapazität durch die Inbetriebnahme der neuen JVA
Cottbus-Dissenchen, die Planungen für Duben, Spremberg, Wriezen und
Brandenburg und daraus resultierende Notwendigkeiten für
Personalausstattung und –verteilung. Problemhaft wird es schon mit
der vollen Belegung von Dissenchen, trotz Personalumsetzungen aus Luckau
und Frankfurt (Oder). In allen Strafvollzugsanstalten macht sich immer stärker
bemerkbar, daß derzeit (Stand März 2002) 60 Stellen, davon allein 46 im
AVD, nicht besetzt sind. Im April werden zwar 20 Bedienstete aus der
Ausbildung hinzukommen und für Cottbus-Dissenchen vorgesehen, weitere 40
Anwärter die Ausbildung für den AVD in Brandenburg aufnehmen und bei der
vorgesehenen Fertigstellung der JVA Duben im Jahr 2004 zur Verfügung
stehen, trotzdem sehen die Mitglieder des Hauptausschusses die Personalausstattung
im Justizvollzug als problemhaft an. Das Gremium bestätigte nachdrücklich
die vom Gewerkschaftstag 2001 in Cottbus erhobene Forderung der
mittelfristigen Stellenausstattung im Strafvollzug des Landes Brandenburg
mit 1440 Stellen. Insofern ist auch die kontinuierliche Fortsetzung
der Ausbildung für den AVD unabdingbar.
Kritisch
wurde die angedachte Reduzierung im Werkdienst bewertet. Einmütig
bekundeten die Mitglieder, daß der Werkdienst unverzichtbar für die
geforderte Resozialisierung der Gefangenen ist und gerade diese Laufbahn
die Hauptlast in der beruflichen Aus- und Fortbildung der Gefangenen
tragen muß.
Kritisch
wurden auch die Entwicklungen im Dienstrecht und im Tarifgeschehen
bewertet. Die Verschlechterungen im Versorgungsrecht und die Änderungen
durch die Besoldungsstrukturreform dürften besonders in den östlichen
Bundesländern verheerende Auswirkungen auf die Beamten im Strafvollzug
haben. Auch im Tarifgeschehen sind kaum ermutigende Signale zu erkennen.
Zwar ist durch verschiedene Politiker ein Stufenplan in der Angleichung
von Löhne und Gehälter im Osten öffentlich bekundet, gleichzeitig aber
daraus resultierend weiterer Stellenabbau angekündigt. Die sich so
ergebende Erhöhung der dienstlichen Belastung ist dann wohl kaum noch
ohne Probleme verkraftbar.
Ein
weiterer Beratungspunkt waren die Personalratswahlen 2002. Die
Kandidaten des BSBD Brandenburg für die Listen der AG Justiz zur Wahl des
Hauptpersonalrates wurden durch das Gremium ausgewählt und nominiert. Mit
der Kollegin Ivonne Probst und den Kollegen Willi Köbke, Burghard
Neumann, Peter Kassal, Christian Lemke, Bodo Schubert, Andreas Seichter
und Joachim Bulicke sind die Vertreter des BSBD Brandenburg
bestimmt, die die Interessen der Vollzugsbediensteten im Hauptpersonalrat
als ordentliche bzw. Ersatzmitglieder vertreten sollen. Leider konnten
keine Bewerber aus Frankfurt (Oder) und Wulkow gefunden werden.
Gleichfalls
bestimmt wurden die Delegierten zum Bundesgewerkschaftstag des BSBD
im September 2002 in Saarbrücken. Neben dem stellvertretenden
Bundesvorsitzenden Burghard Neumann und dem Hauptvorstandsmitglied
und Landesvorsitzenden Willi Köbke sind dies die Kollegen Peter
Kassal und Jürgen Rades als ordentliche sowie Bodo Schubert
und Rainer Krone als Ersatzdelegierte.
Besprochen
wurden auch verbandsorganisatorische Probleme. Der Beschluß des
Vorstandes vom 03.12.01 hinsichtlich der Neuorganisation des OV
Frankfurt (Oder) und der Beauftragung der Kollegin Heike Kolbe mit der
Wahrnahme der damit verbundenen Aufgaben wurde zur Kenntnis genommen und
bestätigt.
Die
Gründung des OV Wulkow und die dortige Wahl eines Vorstandes
schließt verbandsorganisatorisch den Prozeß der Umorganisation in
Zusammenhang mit der Schließung der Anstalten in Neuruppin, Potsdam und
Prenzlau ab. Die ehemaligen Ortsverbände in den dortigen Anstalten sind
in den neuen OV Wulkow eingebracht.
Hinsichtlich
der Zusammenlegung der Justizvollzugsanstalten Oranienburg und Wriezen
ist durch die betroffenen Ortsverbände erklärt, daß sie vorerst
weiterhin organisatorisch selbständig bleiben.
Der
Ortsverband Cottbus bleibt auch nach Umzug in die neue Anstalt in
Dissenchen unter gleichen Namen erhalten. An die JVA Cottbus-Dissenchen
versetzte Mitglieder aus Frankfurt (Oder) und Luckau werden in den Bestand
des OV Cottbus übernommen, die aus Luckau abgeordneten Mitglieder
verbleiben in ihrem bisherigen OV Luckau, der sie in Absprache mit dem OV
Cottbus weiter betreuen wird.
Mit
der Beratung weiterer verbandsorganisatorischer Probleme
und entsprechend der Satzung notwendigen Beschlüssen konnte am
Sonnabend die Frühjahrstagung pünktlich zu 12.00 Uhr abgeschlossen
werden. Nach dem üblichen Fototermin – hier ist eventuell doch eine
Anpassung an derzeit moderne Technik erforderlich – und dem Mittagessen
traten die Mitglieder des Hauptausschusses die Heimreise an.