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Mitgliedsgewerkschaften des dbb brandenburg
im Gespräch mit Innenminister Dr. Dietmar Woidke (SPD)
Die hohen Erwartungen
an das Treffen mit dem Innenminister und weiteren Vertretern des
Ministeriums des Inneren wurden aus Sicht des BSBD nicht erfüllt.
Am 18. August 2011
trafen sich die Landesleitung des dbb brandenburg und Vertreter der
Mitgliedsgewerkschaften und -verbände zu einem „Beamtenpolitisches
Grundsatzgespräch“ mit dem Minister und Vertretern aus dem Ministerium des
Inneren. Der BSBD Brandenburg wurde durch die stellv.
Landesvorsitzende Dörthe Kleemann vertreten.
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Innenminister Dr. Woidke (SPD) und seine Mitarbeiter im
Gespräch mit den Vertretern der Mitgliedsgewerkschaften des dbb
brandenburg |
Ort dieser Veranstaltung
war das Kongresshotel Potsdam am Templiner See. Für das Ministerium des
Inneren waren bei diesem Gespräch der Minister Dr. Dietmar Woidke,
der Staatssekretär Herr Zeep, der Leiter der Abt. III im Ministerium des
Inneren Herr Keseberg und Herr Förster, Leiter des Referats III/5 anwesend.
Alle Benannten sind im Rahmen ihrer Funktionen auch an der Neugestaltung des
Öffentlichen Dienstrechts beteiligt.
Die hohen Erwartungen an
dieses Gespräch rührten daher, dass infolge der Föderalismusreform das Land
Besoldung und Versorgung der Beamtinnen und Beamten durch landesgesetzliche
Regelungen neu gestalten muss. Außerdem sind Änderungen im
Landesbeamtengesetz besonders in Hinsicht auf die Anhebung der
Pensionsaltersgrenze vorgesehen als Ausfluss aus dem Koalitionsvertrag. Auch
die Fortsetzung des ungebremsten Stellenabbaus durch die nunmehrige Planung
des Finanzministers bis 2015 öffentlichkeitswirksam erklärt.
Auf diese Probleme
erwarteten die Teilnehmer Antworten, wurden jedoch schon im
Eingangsstatement enttäuscht. Minister Dr. Woidke betonte ausdrücklich, dass
er zu dieser Gesprächsrunde ausschließlich als Ressortchef des
Innenministeriums und nicht als Vertreter der Landesregierung erschienen
sei. Er schob noch nach, dass er darum bitte, dieses zu respektieren.
Der
dbb-Landesvorsitzende Heinz-Egon Müller ging in seinen Ausführungen
auf die vorgesehene Personalbedarfsplanung bis 2019 ein und machte deutlich,
dass die Beamten das Gefühl haben, durch die Landesregierung nur als
Kostenfaktor und nicht als Bedienstete gesehen zu werden, die das
Funktionieren der Landesverwaltung erst ermöglichen.
Dieser Eindruck
verstärkt sich durch die Verzögerungen bei der Übernahme des
Tarifergebnisses auf die Beamten und die erklärte Absicht der Abschaffung
der Sonderzahlung. Weitere zusätzliche Verschlechterungen infolge
landesspezifischer Regelungen bei Besoldung und Versorgung lassen die
Motivation in der Beamtenschaft des Landes gegen Null tendieren.
Der Innenminister, auch
zuständig für die Verwaltungsmodernisierung, machte in seinen Ausführungen
deutlich, dass eine Personalanpassung ohne Strukturveränderungen nicht
funktioniert. Die demografische Entwicklung des Landes und die rückläufigen
Zuweisungen aus dem Solidarpakt II zwingen zu tiefgreifenden Veränderungen
in allen Bereichen. Auch die Diskussion um die im Koalitionsvertrag
festgelegte Anhebung der Pensionsaltersgrenze bis 2019 ist mit Blick auf der
bis dahin vorgesehenen Einstellung von Zahlungen im Rahmen des Solidarpaktes
zu bewerten.
Da die Anhebung der
Pensionsaltersgrenzen durch Gesetzesänderung vorzunehmen ist, erhalten
die Gewerkschaften und Verbände gemäß § 130 Landesbeamtengesetz über deren
Spitzenorganisationen Gelegenheit, sich durch Meinungsäußerung einzubringen.
Für die Beamten im Strafvollzug forderte die stellvertretende
Landesvorsitzende des BSBD, Dörthe Kleemann, die besondere
Altersgrenze für Vollzugsdienstkräfte zumindest modifiziert (Anhebung auf 62
Lebensjahre) beizubehalten, da sich die Gründe dafür, nämlich eine extrem
hohe dienstliche Belastung in der tagtäglichen Dienstdurchführung, nicht
verändert haben.
Zur zeit- und
inhaltsgleichen Übernahme der Tarifabschlüsse für den Arbeitnehmerbereich
auf die Landesbeamten führt Minister Dr. Woidke aus, dass dies im
Vergleich zu anderen Bundesländern als Erfolg zu werten ist. Gelungen sei
diese aber nur, weil Fragen zur Sonderzahlung und zur Neuregelung der
Altersteilzeit aus den Verhandlungsgesprächen ausgeklammert wurden. Der
Minister teilte mit, dass für Ende September 2011 Beratungsgespräche zu den
ausgeklammerten Themen zwischen einigen Staatssekretären und den
Gewerkschaftsspitzen geplant sind.
In diesen Gesprächen, so
die stellvertretende Landesvorsitzende sollten die Vertreter der
Landesregierung die Aussagen von Ministerpräsidenten Matthias Platzeck
vom 24.05.2011 berücksichtigen: „…angemessene Bezahlung für gute
Arbeit ist ein wichtiges Anliegen der Landesregierung. … Denn wir dürfen
nicht vergessen: Ohne die Beamtinnen und Beamten und Angestellten ist unser
Gemeinwesen nicht lebensfähig. Mir ist es deshalb wichtig, die Attraktivität
des Öffentlichen Dienstes durch gute Arbeitsbedingungen und angemessene
Bezahlung zu erhalten. ..“
Abschließend sei noch
angemerkt, dass auch über die geplante Novellierung des brandenburgischen
Personalvertretungsgesetzes informiert wurde. Dazu ist die Erstellung eines
Gutachtens geplant. Noch in 2011 sollen Vorgespräche mit den Gewerkschaften
stattfinden.
Dörthe Kleemann
Stellvertretende
Landesvorsitzende
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