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Geyer hat offenbar Geld
übrig – wir brauchen jeden Cent !
Streichungsofferten
der dbb-Spitze schockieren die eigenen Mitglieder
Am 6. Februar 2003 wurden die Kolleginnen
und Kollegen in den Strafvollzugsanstalten der Bundesrepublik von
Presseveröffentlichungen überrascht, in denen der dbb Bundesvorsitzende
Erhard Geyer die Bereitschaft des Deutschen Beamtenbundes erklärte,
Kürzungen beim Weihnachtsgeld und dessen Umverteilung sowie die Streichung
des Urlaubsgeldes bei den Beamten zu akzeptieren. Hierbei wurde durch die
Medien dargestellt, dass es sich um ein Angebot des dbb an Bundesregierung
und Bundesländer handele.
Die Reaktionen bei den Mitgliedern der
Landesverbände des BSBD reichen von Unverständnis bis zur Empörung. Noch
im Dezember 2002 hatte der dbb-Chef auf der Großkundgebung des dbb in
Berlin klar und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass mit
dem dbb Kürzungen beim Weihnachtsgeld und Streichungen des Urlaubsgeldes
nicht zu machen sind.
- Und nun dieser Schwenk, der auch
deshalb nicht nachvollziehbar ist, weil für die Landesverbände überhaupt
kein Anlass für einen solchen Beschluss des dbb-Bundesvorstandes
ersichtlich ist.
Bemerkenswert dürfte sein, dass nur ein kleiner Kreis hierzu in Kenntnis
gesetzt war und eine umfassende Unterrichtung aller Gliederungen bis hin
zu den Vorständen der Landesverbände der Mitgliedsgewerkschaften ganz
bewusst unterblieb, so dass diese ebenfalls auf die Medienberichte
angewiesen waren.
Auch der Vorstand des BSBD-Brandenburg
erfuhr erst aus der Presse von einem solchen Beschluss – und das, obwohl
der Bundesvorsitzende des BSBD, Kollege Wolfgang Schröder
nicht nur Kenntnis dazu hatte, sondern auch beim Zustandekommen dieses
Beschlusses mitwirkte.
Die nun im Nachgang vorgenommenen
Erklärungen sowohl des dbb-Bundesvorsitzenden als auch des
Bundesvorsitzenden des BSBD wirken für den Vorstand des BSBD-Brandenburg
wie hilflose Rechtfertigungen.
Es ist für den Vorstand des BSBD
Brandenburg absolut nicht akzeptabel, dass bei Beschlüssen mit solch
einschneidenden Auswirkungen auf die Besoldung der Beamten im öffentlichen
Dienst und damit auch im Strafvollzug keine Information an die Mitglieder
ergeht und diese darüber erst aus den Medien erfahren, ganz zu schweigen
davon, dass ein Meinungsaustausch hierzu gar nicht erst zugelassen wurde.
Wir glaubten die Zeiten vorbei, in denen
andere ohne Nachfrage für uns entscheiden, was gut für uns sei – der
dbb-Bundesvorstand und mit ihm auch der BSBD-Bundesvorsitzende haben
Anderes demonstriert – nämlich Gutsherrenart, die sie selbst immer (und
oft berechtigt) den Politikern vorhalten. Es ist für den Vorstand des BSBD
Brandenburg damit fraglich, ob die Spitzen des dbb und der
BSBD-Bundesvorsitzende tatsächlich die berechtigten Interessen der
Mitglieder vertreten – und das in einer Phase, wo alles daran gesetzt
werden soll, den erzielten Tarifabschluss abstrichslos auf die Beamten zu
übertragen.
Der
Vorstand des BSBD Brandenburg fordert mit allem Nachdruck den
dbb-Bundesvorstand auf, den von ihm gefassten Beschluss am Maßstab der
Interessen der Mitglieder zu überprüfen, eine Diskussion zur Problematik
zuzulassen und künftig solche Nacht-und-Nebel-Aktionen, die sich gegen die
eigenen Mitglieder richten, zu unterlassen.
Eindeutig erklären wir, dass dieser
Beschluss nicht die tatsächlichen Interessen unserer Mitglieder
berücksichtigt, sondern diese missachtet. Der BSBD Brandenburg bleibt
fest bei seinem Standpunkt, dass Sonderopfer der Beamten – und der
Verzicht auf Teile des Weihnachtsgeldes und auf das Urlaubsgeld sind
solche – nicht hinzunehmen sind. Dafür waren unsere Mitglieder am 14.
Dezember 2002 auch auf der Demo in Berlin! Und das lassen wir uns von
keinem - auch nicht vom dbb-Vorstand - als nunmehr ungültig einreden.
Willi Köbke
Landesvorsitzender
BSBD Brandenburg
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