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Großprozess gegen
Bedienstete der JVA Brandenburg an der Havel
Staatsanwaltschaft wirft 13 Bediensteten
der JVA Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung im Amt vor, das
Landgericht Potsdam hat jetzt das Verfahren zugelassen, der BSBD Brandenburg
gewährt Rechtsschutz.
Am 18. Februar beginnt vor der 4. Großen
Strafkammer des Landgerichtes Potsdam der Prozess gegen 13 Kolleginnen und
Kollegen, denen laut Anklageschrift schwere Straftaten im Dienst zur Last
gelegt werden.
Auf Körperverletzung und gefährliche
Körperverletzung im Amt lautet die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft.
Das sind schon bei einem „Normalbürger“ schwere Anschuldigungen, ungleich
schwerer wiegt das alles bei Vollzugsbediensteten. Deren Aufgabe ist es ja,
mit Straftätern zu arbeiten, sie auf straffreies Leben nach der Haft
vorzubereiten.
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pressetypische
Schlagzeilen
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Ansicht Landgericht
Potsdam |
MdL Barbara Richstein
(CDU) |
Die Vorwürfe selbst sind nicht unbekannt.
Es handelt sich um Ereignisse, die sich schon im März 1999 zugetragen haben
sollen. Damals hat ein Gefangener deshalb Anzeige erstattet. Die damaligen
Ermittlungen hatten die Vorwürfe nicht bestätigen können. Im Jahr 2004 ist
es dann im Zusammenhang mit der Berichterstattung über angebliche
„Rollkommandos“ und weiteren mutmaßlichen Misshandlungen durch Bedienstete
der Anstalt zu bundesweitem Aufsehen gekommen. Die damalige Justizministerin
und heutige Landtagsabgeordnete Barbara Richstein (CDU) hat in ersten
Reaktionen überhastet gehandelt. Bedienstete wurden suspendiert, umgesetzt,
der Anstaltsleiter Hermann Wachter als Sündenbock in das Ministerium
versetzt, Disziplinarverfahren eingeleitet. Der Landesverband hatte sich
damals klar für die Kolleginnen und Kollegen positioniert. Auf einer
Personalversammlung in der Anstalt hatte Frau Richstein für die Art und
Weise ihres Krisenmanagements von der Belegschaft tüchtig Prügel bezogen.
Nach der Landtagswahl 2004 hat ihre
Nachfolgerin Beate Blechinger (CDU) aufgrund aufgrund der damaligen internen
Untersuchungsergebnisse zwar den Anstaltsleiter wieder in sein Amt
eingesetzt, sich vor die Bediensteten gestellt und alles getan, damit
Objektivität und Nüchternheit zurückkehren.
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Justizministerin Beate
Blechinger (CDU) |
allein gelassen … |
Seit dem ist viel Zeit vergangen, aber ein
„Knacks“ ist in der vielhundertköpfigen Belegschaft doch zurückgeblieben.
Bereits damals hat die Staatsanwaltschaft
erneut Anklage erhoben, aber erst jetzt wurde das Verfahren vom Landgericht
auch zugelassen. Die 18 angesetzten Verhandlungstage sind von den
betroffenen Kolleginnen und Kollegen erst zu überstehen. Der BSBD gewährt
seinen Mitgliedern hier individuellen Rechtsschutz durch Fachanwälte. Die
Rechtsbegleitung des DBB-Dienstleistungszentrums letztlich überfordert.
Solche Verfahren, die zugegeben auch für Strafvollzugsbedienstete nicht zum
Alltag gehören, zeigen die Kraft der Solidargemeinschaft BSBD.
Jetzt ist es die Aufgabe der 4. Große
Strafkammer des Landgerichtes Potsdam unter dem Vorsitz von Richterin Anita
Meybohm, die Dinge juristisch zu bewerten und Urteile zu sprechen.
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