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Mandatsträger des BSBD fordern
Rückbesinnung auf den Politikschwerpunkt Innere Sicherheit
Hauptausschuss des BSBD Brandenburg tagte in
Neuhausen bei Cottbus – wichtigste Tagungsschwerpunkte waren die
Entwicklungen für den öffentlichen Dienst im Kontext der dbb-Vor-(Schläge)
und die Situation für den Vollzug in Brandenburg nach den Paukenschlägen
des Nachtragshaushaltes
Am 28.02-01.03.2003 tagte der
Hauptausschuss des BSBD Brandenburg unter der Leitung des
stellvertretenden Landesvorsitzenden Burghard Neumann in Neuhausen
südwestlich von Cottbus.
Bezogen auf die Gewerkschaftsarbeit waren
die letzten Wochen zumindest für dbb-Gewerkschaftsfunktionäre alles andere
als Routinearbeit.
Unter den Eindrücken der machtvollen
Kulisse der Demo vom 14. Dezember und den markigen Worten der dbb-Spitze
war selbst der für den Osten nicht unbedingt nur rosige Tarifabschluss bei
der Mehrheit der Mitglieder akzeptiert. So jedenfalls die einhellige
Meinung der Hauptausschussmitglieder des BSBD Brandenburg auf ihrer
Frühjahrstagung Ende Februar im Don-Bosco-Haus Neuhausen.
Die Gemüter weit mehr erregt hat
allerdings die jüngste dbb-Initiative in Bezug auf die
Öffnungsklauseln-Debatte.

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Das Gremium in
Arbeitsatmosphäre
Insgesamt gibt es wenig Verständnis für
diese Art von Gewerkschaftsarbeit und Öffentlichkeitspolitik, die an der
Basis zumindest hierzulande alle Bemühungen für ein Positiv-Image der
gewerkschaftlichen Arbeit des dbb mit einem Schlag zu zerstören droht.
Die anwesenden Ortsvorstände haben in zum
Teil hitziger Debatte zum Ausdruck gebracht, dass sie die Auswirkungen für
ihre Arbeit als zum Teil verheerend sehen. Die Beamten in den Anstalten
können in der dbb-Initiative für sie Positives nicht feststellen. Und dass
die Kürzungsvorschläge jetzt von der eigenen Gewerkschaft kommen ist ihnen
völlig unverständlich. Massives Protestverhalten bekommen die Ortsverbände
bereits zu spüren – die Welle der Austritte aus der Gewerkschaft spricht
eine deutliche Sprache und ist schmerzhaft.
Auch die Hauptvorstandsmitglieder selbst
glauben nicht, dass der eingeschlagene Weg des dbb tatsächlich Zukunft
statt Kahlschlag bedeuten wird.
Die Art und Weise wie in diesem Fall
Gewerkschaftsarbeit praktiziert wurde und wird hat für die Mandatsträger
des BSBD Brandenburg den bitteren Beigeschmack von Gewerkschaftsarbeit
nach FDGB-Manier, die wir seit 1989 hinter uns glaubten. Der jetzige
Führungsstil erinnert viele eher an Harry Tisch als an Erhard Geyer!
Und wenn - wie mit dem jüngsten Flyer
des dbb geschehen – innergewerkschaftliche Kritik sofort als
Bärendienst-Taktik, Betonmentalität und Betonköpfe mundtot gemacht werden
soll, dann wird nach Auffassung des BSBD Brandenburg an den Grundpfeilern
demokratischer Gewerkschaftsarbeit gerüttelt.

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Burghard Neumann in
engagierter Debatte
Besonderen Unmut erntet der dbb-Vorschlag, dass die
Beamten auf ihr Urlaubsgeld verzichten sollen, damit die Landesregierung
mehr Spielraum für regionale und arbeitsmarktpolitische Initiativen hat.
Glaubt die dbb-Spitze wirklich, dass einer Landesregierung, die bisher
aber auch jedes investorische Großprojekt –
Landesentwicklungsgesellschaft, Großflughafen, Chipfabrik, Cargo-Lifter,
Lausitz-Ring, Beamtenstadt Wühnsdorf und und und - in eine Investruine
verwandelt hat und die unter Verwaltungsoptimierung einzig den massiven
Abbau von Stellen versteht, soviel Vertrauen seitens der Beamtenschaft
eingeräumt werden kann, ihr Urlaubsgeld gut und zukunftsorientiert
anzulegen?
Aber die dbb-Politik der letzten Tage war
nicht einziger Tagungsschwerpunkt.
Für den Strafvollzug im Land werden die
Zeiten weiter sehr hart werden. Nachtragshaushalt und Sparzwänge
kennzeichnen den brandenburgischen Vollzug.
Positiv bleibt hier bis zum jetzigen
Zeitpunkt der Ansatz, am Bauprogramm für den Vollzug wenigstens nicht zu
kürzen, wenn auch zu strecken.
Die schon mit einer Streckung verbundenen
Eingriffe sind äußerst schmerzlich, wenn nur an den Umbau in Brandenburg
oder an die weitere Sanierung von Spremberg gedacht wird.
Kritisch wird die Situation in Bezug auf
die Personal- und Stellenzuweisung. Mehr und neue Aufgaben sind nicht mit
einem sich ständig verringernden Personalbestand zu erledigen. Die
Sicherheit der Anstalten ausschließlich in die Hände von
Überwachungstechnik zu legen ist nach Auffassung des Hauptausschusses ein
unverantwortliches Spiel mit dem Feuer.
Mit diesen Themen wird sich der
erweiterte Vorstand in allernächster Zeit noch intensiver befassen.
Eine erste Bilanz aus gewerkschaftlicher
Sicht hat der Hauptausschuss zum Thema Pilotverfahren Privatisierung der
Gefangenenverpflegung in der JVA Cottbus gezogen. Federführend ist hier
der Kollege Rainer Krone sehr engagiert als neuer Ortsvorsitzender
tätig. Im Ergebnis wird auch hier Gesprächsbedarf mit dem Ministerium
gesehen, um das Projekt umfassend sachgerecht bewerten zu können.
Weiter hat sich der Hauptausschuss darauf
verständigt, gemeinsam mit dem Ministerium dafür zu wirken, die
Organisationsstrukturen im brandenburgischen Vollzug zu vereinheitlichen,
dies insbesondere unter der Maßgabe, die Handlungssicherheit landesweit zu
erhöhen. Themen sind hier beispielsweise eine einheitliche Vorgehensweise
in Bezug auf die Fesselung, einheitliche Vorgaben zur Überlassung von Habe
oder die Ausstattung und der Umgang mit Schutzausrüstung.
Hier sind Vorschläge des BSBD in
Vorbereitung, die aus der Zusammenfassung praktischer Erfahrungen mit dazu
beitragen sollen, die Effizienz im Vollzug zu erhöhen.
Hier hat Herr Koldehoff,
Abteilungsleiter Strafvollzug, bereits Interesse an konstruktivem
Meinungsaustausch signalisiert.
Am zweiten Tagungstag standen
verbandsinterne Themen im Vordergrund.
Vor dem Hintergrund der dbb-Bundespolitik
hat der Landesschatzmeister Christian Lemke den Drahtseilakt
vollführt, den Haushalt 2003 des Landesverbandes auf solide Planungsfüße
zu stellen.
Der Bericht der immer aktiveren
Frauenvertreterin Marion Landes und der Ortsvorsitzenden rundeten
die Arbeitstagung ab. Besonders markant war hier die Feststellung vom
Kollege Günter Krebs aus Wriezen, dass es in der Jugendanstalt aufgrund
der Altersstruktur jetzt notwendig war, einen Schwerbehindertenvertreter
zu wählen.

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Mitglieder des
Hauptausschusses Jürgen Rades, Marion Landes, Manfred Kühne v.l.n.r.
Wie immer nicht ganz pünktlich entließ Tagungsleiter
Burghard Neumann den Hauptausschuss in das Restwochenende.
Die nächste Sitzung soll im Herbst nicht
ohne Hintergedanken im sonst fast nur Sommerfrischlern bekannten Örtchen
Güstebieser Loose stattfinden. Vorgemerkt ist der
07./08.11.2003.
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