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Die Betroffenen klagen, die Dienststellen
berichten, der BSBD moniert, der Hauptpersonalrat fordert, das Ministerium
schweigt.
Kommentiert von Burghard
Neumann
Die Kollegen des AVD, die in der JVA
Brandenburg in der Baubegleitung eingesetzt sind, haben in letzter Zeit bei
vielen Besuchern und auch bei Kollegen großes Aufsehen erzeugt. Als
Vollzugsbeamte sind sie nicht zu erkennen.
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Die Dienstkleidung fällt
den Kollegen buchstäblich vom Ar… !
Diese Bild hätte ich bei
dreispaltigem Satz gern groß in der Mittelzeile und etwas ein Drittel
jeweils in die rechte und linke Spalte hinein reichend. |
Das Ding mit der
Dienstkleidung wird in Brandenburg verschwommen. |
In der JVA Brandenburg ist das jetzt so.
Immer wieder schlüpfen paarweise oder auch einzeln trendig in
Markenklamotten eines angesagten Out-door-Ausstatters Gekleidete durch die
Türen, an denen in großen Lettern steht: „Nur für Bedienstete“! Das sind
Beamte, die können sich so was leisten, und als Uniformträger haben die
vielleicht auch die Macke für die gleichen Klamotten. Weit gefehlt!
Die markant mit der gelben Tatze gelabelten
dicken Jacken und Hosen sind sicher ein guter Schutz gegen die lausige Kälte
beim Dienst, die Geschichte dahinter ist aber eben so sicher mit dem
gleichen Adjektiv zu beschreiben.
Weil offensichtlich eine taugliche
Dienstbekleidung für diese Witterung nicht vorhanden ist, wurden kurzerhand
unter dem Deckmantel der Arbeitsschutzbekleidung diese Markenklamotten
beschafft. Die betroffenen Kollegen sind zwar nicht mehr als JVA-Bedienstete
zu erkennen, aber immerhin wird so auf breiter Front für Jack Wolfskin
geworben. Das üblicherweise Dienstkleidung leicht erkennen lassende
Landeswappen sucht man auf diesen Sachen vergebens. Es gibt Kollegen, die
behaupten schmunzelnd, dies gehöre zu einem Konjunkturpaket Land
Brandenburg. Die neuen Uniformen für die Polizei würden auch schon
überarbeitet. Bei einer Verkehrskontrolle beginnt das Vorstellen der
Kontrolleure dann vielleicht: “Guten Tag, Ihr adidas-Partner
Polizeihauptwachtmeister Hübsch, Ihre Fahrzeugpapiere bitte!“ Und statt des
Schriftzuges Polizei prankt von Rücken und Brust in übergroßen Buchstaben
der Firmenname. Tolle Vorstellung, wir gehen ja in die Karnevalszeit!
Was wird hier eigentlich beabsichtigt? Bei
jedem Busfahrer und fast jedem Handwerker wird mehr Wert auf die Präsenz des
Unternehmens durch ordentliche Firmenkleidung gelegt, als bei
Landesbediensteten!
Seit inzwischen Jahren wird um eine neue
Dienstkleidung für die Justiz gerungen. Das alles begann 2005. Da gab es
eine Arbeitsgruppe, die Aussehen, Umfang und Beschaffung erarbeitet haben.
Ein Abschlussbericht wurde vorgelegt. Zu diesem Zeitpunkt waren noch alle
davon überzeugt, dass eine enge Abstimmung und eine gemeinsame Beschaffung
mit Berlin die Wirtschaftlichkeit der Beschaffung guter Dienstkleidung
deutlich erhöhen würde. Dieser Traum ist geplatzt, aus Gründen, die heute
vielleicht niemanden mehr interessieren würden. Irgendwann wurde in
Brandenburg eine Kollektion zusammengestellt, sogar ein Trageversuch
gestartet. Im Juli 2007 haben an diesem Trageversuch beteiligte Kollegen
ihre Meinung im Rahmen einer Auswertung auch noch sagen dürfen. Bis hier
hatten alle die Hoffnung, dass die neue blaue Dienstkleidung nicht mehr weit
sein kann. Denkste!
Seitdem rührt und ruckt sich nichts mehr.
Die Betroffenen klagen, die Dienststellen berichten, der BSBD moniert, der
Hauptpersonalrat fordert, das Ministerium schweigt. Den Betroffenen fällt
die Diensthose vom Hinterteil, Pullover haben inzwischen die Eleganz von
Kartoffelsäcken. Die letzte größere Bestellung zur alten Dienstkleidung
erfolgte im Jahr 2004. Selbst die ausgegebenen neuen Trageversuchsuniformen
beginnen, sich in ihre Bestandteile zu zerlegen. Auf Kollegen, die sich in
ihrer Not selbst Bekleidungsteile beschaffen, wird seitens des Ministeriums
seltsamerweise mit Erlassen an die Dienststellen reagiert, die auf die
Dienstkleidungsordnung verweisen.
Und dann kommt der kühnste Streich. Der
Zentraldienst der Polizei teilt ganz aktuell mit, dass mit einem Teil der
Kollegen der JVA Cottbus ein Pilotbetrieb des elektronischen Warenhauses
gestartet wird, sich Dienstbekleidung zu beschaffen. Es gibt kein
Beteiligungsverfahren, es gibt keine Information zum Umfang der
Dienstkleidung, niemand weiß eigentlich, was in der Justiz in Brandenburg
überhaupt noch Dienstkleidung ist, aber in einem Pilotprojekt soll kühn
bestellt werden.
Was ist hier eigentlich los?
Mit einigen Kommunikationslücken oder ins
Leere gelaufenen Verwaltungsakten ist das nicht zu erklären. In anderen
Bundesländern identifizieren sich die Kollegen inzwischen mit nicht zu
übersehendem Stolz über ihre Dienstkleidung mit ihrer Tätigkeit. Es gibt
sogar Bundesländer, die das Tragen von Dienstkleidung weit über den Rahmen
eines bislang üblichen Umfangs nicht nur dem AVD und Werkdienst gestatten.
Das alles scheint in Brandenburg überhaupt niemand mehr zu wollen. Hier muss
dringend ein ministerieller Meinungswechsel sichtbar werden. So wie bisher
geht es nicht weiter, da wird das letzte bisschen Selbstwertgefühl in den
Dreck getreten!
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