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Machtvolle Demonstration gegen die Streichung des Weihnachtsgeldes
und
weiterer Verschlechterungen für Landesbedienstete
Liebe Kolleginnen und
Kollegen!
Insgesamt 14
Gewerkschaften und Verbände – darunter der BSBD Brandenburg - hatten
die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes aufgerufen, am 22. November
2006 gegen die blindwütige und ignorante Rotstiftpolitik der
Brandenburger Landesregierung in Potsdam vor dem Landtag zu protestieren.
Auslöser war das Vorhaben, unter Bruch vertraglicher Vereinbarungen in
Zusammenhang mit dem Sozialtarifvertrag das Sonderzahlungsgesetz dahingehend
zu ändern, die als Weihnachtsgeld bezeichnete jährliche Gratifikation
den Landesbeamten nunmehr völlig zu streichen. Verbunden mit
weiteren, schon mittelfristig geplanten Absenkungen und Kürzungen sowie
völlig nebulöser Andeutungen hinsichtlich der Umlegung des Tarifergebnisses
auf die Beamten und der immer noch bestehenden Unterschiede in Ost- und
Westbesoldung würden die Beamten im Land Brandenburg zu den
billigsten Staatsdienern in der Bundesrepublik werden.
Auch für die
Angestellten und Arbeiter im Landesdienst ist die Drohkulisse
schon aufgebaut:
Sind die
Gewerkschaften nicht willfährig im Sinne der Vorstellungen des
Finanzministers, sehe man nach Ablauf der Vereinbarungen im
Sozialtarifvertrages die Notwendigkeit zu ca. 2700 betriebsbedingten
Kündigungen.
Die Reaktion auf diese
Vorhaben war heftiger, als so manchem Politiker im Kabinett und Landtag lieb
ist. Über 8 000 Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung (mehr als
doppelt so viel wie von den Initiatoren erwartet) folgten dem Ruf
nach Potsdam und zogen in einem machtvollen Zug vom Innenministerium vorbei
an den Gebäuden der Landesregierung zum Landtag, um dort in einer
Protestkundgebung ihrem berechtigten Unmut Luft zu machen. Der war laut,
heftig und massiv, nicht nur auf Transparenten und Plakaten.
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Blick auf die
Teilnehmer der zentralen Kundgebung
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Erstes „Aufwärmen“ vor
demJustizministerium |
Willi Köbkeim Gespräch
mit dbb-Landesbundchef Heinz Egon Müller |
Der Hauptzug nähert
sich |
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Willi Köbke im
Demo-Gespräch mit MdL Stefan Sarrach ( Die Linke.PDS) |
Ein Teil der
Vollzugsmannschaft im Demo-Zug |
Darum geht es |
Die Redner der
Gewerkschaften machten eindeutig klar: Die Zumutbarkeitsgrenze ist
überschritten – jetzt ist gemeinsamer und einheitlicher Widerstand
aller Gewerkschaften und Verbände angesagt.
„Wir haben einen
langen Atem!“,
so die eindeutige Warnung an die Landesregierung, „auch die Beamten –
und mit ihnen natürlich die Tarifbeschäftigten – wissen sich auf
intelligente Art und Weise zur Wehr zu setzen.“
Finanzminister Rainer Speer (SPD) stellte sich zwar den Demonstranten
– Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hatte nicht den Mut dazu und zog
es vor, sich nicht zu zeigen wie so manch anderer Abgeordnete der
Koalitionsparteien – wiederholte aber nur die völlig untauglichen Argumente
für ein solches Vorhaben. Allerdings gingen seine Ausführungen im
Pfeifkonzert und den Buhrufen der Demo-Teilnehmer unter, die außerdem
seinen Anblick nicht ertragen konnten, ihm den Rücken zukehrten und
lautstark skandierten: „Lügner!“ und
„Hau ab!“
Der Landeschef der GEW
brachte letztlich auf den Punkt, was alle für richtig hielten:
„Es wäre
eine wirklich gute Investition für das Land, wenn die Landesregierung
zurücktreten würde.“
In ersten Gesprächen mit
verschiedenen Politikern wurde deutlich, dass diese Protestveranstaltung –
die größte, die Potsdam seit 1990 erlebt hat – Wirkungen hinterlassen
hat. Es wird sich zeigen, wie sich dies im Handeln und in den Entscheidungen
der Landtagsabgeordneten niederschlagen wird.
Der Vorstand des BSBD
Brandenburg möchte sich bei den Teilnehmern aus den Dienststellen
in Brandenburg, Cottbus-Dissenchen, Luckau-Duben, Neuruppin-Wulkow und
Wriezen für ihre Bereitschaft, jetzt Flagge zu zeigen und unter Beweis
zu stellen, dass Loyalität der Beamten eben nicht Demut und Unterwürfigkeit
heißt, recht herzlich bedanken.
Wir werden auch weiterhin den aktiven Einsatz des Einzelnen - und das in
verstärktem Umfang - benötigen, denn die Bestrebungen im Kabinett zu
weiteren erheblichen Verschlechterungen im öffentlichen Dienst und besonders
im Strafvollzug des Landes sind über das Stadium der Planspiele schon
hinaus. Der BSBD Brandenburg setzt deshalb darauf, dass der Kreis der
„Kämpfer“ noch größer wird und sich auch in Frankfurt (Oder) und Spremberg
die Einsicht durchsetzt, dass jeder betroffen ist und in seinem ureigendsten
Interesse aktiv werden muss.
Deshalb:
Stillhalten und inaktiv sein
heißt, sich bedingungslos der derzeitigen Willkür in der Landesregierung
auszuliefern. Der BSBD setzt sich zur Wehr – und dazu benötigt er das
Engagement aller seiner Mitglieder und auch der übrigen Bediensteten im
Strafvollzug.
Willi Köbke
Landesvorsitzender
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