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„Strafvollzug im Rechtsstaat: Aufgaben,
Probleme, Perspektiven“
Podiumsdiskussion in
Königs Wusterhausen
Unter o.g. Thematik
hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam mit dem Landesverband
Brandenburg und Berlin des Bundes ehrenamtlicher Richterinnen und Richter zu
einer Diskussion in das Aus- und Fortbildungszentrum für öffentliche
Verwaltung in Königs Wusterhausen eingeladen. Zu den Teilnehmern der gut
besuchten Veranstaltung, in der neben vielen Schöffen aus den Ländern
Brandenburg und Berlin auch interessierte Bürger anwesend waren, gehörten
auch die Kolleginnen
Petra Tauche-Wiese,
Andrea Günther sowie Kollege Rainer Krone (alle OV Cottbus) und der
Landesvorsitzende Willi Köbke.
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Podiumsbesetzung |
Andrea Günther und Petra
Tauche-Wiese (Cottbus, v.l.n.r.) |
Rainer Krone (Cottbus)
und Willi Köbke (Mitte) |
Im Podium aus der
Berliner Senatsverwaltung für Justiz Staatssekretär Hasso Lieber, der
zugleich auch Bundesvorsitzender des Verbandes ehrenamtlicher Richterinnen
und Richter ist, und der Abteilungsleiter Strafvollzug Dr. Gero Meinen und
für das Land Brandenburg Oliver Allolio (Leiter JVA Cottbus-Dissenchen),
Hanns Christian Hoff (Leiter JVA Luckau-Duben) sowie Sigrid Floderer
(Leiterin JAA Königs Wusterhausen).
In den einführenden
Darstellungen der Podiumsvertreter wurde sehr ausführlich auf die
unterschiedlichen Sachverhalte, die den Strafvollzug in Brandenburg und
Berlin prägen, eingegangen. Im Kern ist eindeutig dargestellt worden, dass
der Behandlungsauftrag letztlich die entscheidende Aufgabe bei der
Realisierung der Freiheits- und Jugendstrafen ist und dies leider in der
Öffentlichkeit - selbst bei Spitzenpolitikern - nicht immer verstanden wird.
Klar formuliert wurde, dass die Strafzumessung, die ja oft zu öffentlichen
Diskussionen Anlass gibt, in der Verantwortung der Berufs- und Laienrichter
der Kammern liegt und es Aufgabe des Strafvollzuges ist, unter den
Bedingungen in den Justizvollzugsanstalten die so verurteilten Straftäter
optimal auf ein straffreies Leben nach Vollzug der Freiheitsstrafe
vorzubereiten. Auch dies - so Dr. Meinen - ist Opferschutz. Und Oliver
Allolio verwies darauf, dass viele Erfolge, die während der Behandlung in
den Vollzugseinrichtungen erreicht werden, in der Öffentlichkeit nicht
wahrgenommen werden.
Zu kurz kam aus der
Sicht der Vertreter des BSBD das Problem, dass neben guten rechtlichen
Vorgaben und materiellen Bedingungen die zur Verfügung stehenden personellen
Ressourcen eine entscheidende Rolle bei der Realisierung des
Behandlungsauftrages spielen. Sowohl in Berlin, aber noch einschneidender in
Brandenburg wird ein permanenter Personalabbau betrieben, der im Endeffekt
für eine erfolgreiche (Re-) Sozialisierung kontraproduktiv ist. Hier sind
alle Landespolitiker, insbesondere die Abgeordneten in Landtag und
Abgeordnetenhaus gefordert, nicht nur in Sonntagsreden bedeutsame
„Weisheiten“ in Bezug auf den Strafvollzug zu verkünden, sondern endlich
auch mal konkret in der Weise zu handeln, dass man dem Justizvollzug die
anhand der anspruchsvollen Aufgaben erforderliche Personalausstattung
zubilligt.
Wenn aber trotz
eindringlicher Gespräche mit Abgeordneten der Regierungskoalition in
Brandenburg und aussagekräftiger Zahlen zur katastrophalen
Personalentwicklung in den Vollzugsanstalten des Landes hinsichtlich der
Dringlichkeit von Ausbildung für den allgemeinen Vollzugsdienst überhaupt
keine Reaktion durch die Landesregierung erkennbar ist, negieren
ausgerechnet Volksvertreter und die für das Wohl der Bürger in ministerielle
Verantwortung genommene Politiker die immer wieder - selbst von ihnen -
beschworene gesamtgesellschaftliche Verantwortung für den Kampf gegen
Kriminalität und die Resozialisierung straffällig gewordener Menschen. Aus
Sicht des BSBD nur einer der Gründe, warum Politikverdrossenheit unter den
Bürgern immer weiter um sich greift.
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