|
Bautempo hält unvermindert an - Richtfest in
Duben
Dreieinhalb Monate nach der feierlichen Grundsteinlegung
konnten Finanzministerin Dagmar Ziegler (SPD) und Justizstaatssekretär
Hans-Georg Kluge (CDU) am 29. September 2003 schon die Richtkrone auf den
Neubau der künftigen JVA Duben setzen.
|
 |
 |
 |
|
Baustellenzufahrt |
Baustelle im
Innenbereich |
Rohbau der
Hafthäuser
|
|
 |
 |
 |
|
Rohbau
Verwaltungsgebäude |
Gesamtansicht auf künftigen Eingangsbereich |
Finanzministerin Ziegler bei ihrer Ansprache
|
|
 |
 |
 |
|
Staatssekretär
Hans-Georg Kluge bei seiner Rede |
Der
Bürgermeister von Luckau Harry Müller
|
Finanzministerin und
Justizstaatssekretär sowie Bauleiter beim Festakt |
|
 |
 |
 |
|
Bauarbeiter wünschen dem Bau alles Gute |
Dagmar Ziegler und Hans-Georg Kluge beim Einschlagen des
symbolischen
letzten Nagels |
Die Richtkrone ist gesetzt |
Das angestrebte Ziel zur Übernahme (Dezember 2004) ist bei einem solchen
Bautempo bauseitig nicht gefährdet. So dürften die 4 Hafthäuser, das
Verwaltungsgebäude, die Turnhalle, die Gebäude für die Werkstätten und die
weiteren Bauten ohne Probleme bis zur Übergabe fertiggestellt sein. Auch die
erforderlichen Versorgungs- und sicherheitstechnischen Anlagen dürften bis
dahin installiert und hoffentlich auch voll funktionstüchtig sein. Es
erscheint durchaus im Bereich des Möglichen, schon vorfristig das
angestrebte Ziel zu erreichen. Doch mit Bauabschluss und Übergabe beginnen
andere Probleme.
So
ist die Inbetriebnahme der 140 neuen Haftplätze in der JVA Wriezen, die zum
Ende diesen Jahres vorgesehen war, verschoben – laut Finanzministerium
bedingt durch notwendige Nachbesserungen am Baukörper. Es ist aber ein
offenes Geheimnis – und der Landesvorsitzende des BSBD Brandenburg hat dies
dem Rechtsausschuss im Juni 2003 schon dargelegt – dass durch die Kürzungen
bei Sachausgaben im Nachtragshaushalt 2003 einfach kein Geld mehr für die
Ausstattung der Haft- und Funktionsräume vorhanden ist. Erst mit dem neuen
Haushalt 2004 kann dies erfolgen. Da aber auch für 2004 weitere Kürzungen
bei den Sachausgaben vorgesehen sind, dürften die finanziellen Mittel auch
im kommenden Jahr sehr schnell erschöpft sein. Somit dürfte sich in Duben
die Problematik fehlender Mittel zur Ausstattung der Gebäude wiederholen.
Zusätzliche Probleme entstehen auch in der Personalausstattung für die
nunmehr 4. neugebaute Justizvollzugsanstalt. Zwar wird mit der
Inbetriebnahme der neuen Anstalt die alte, direkt in Luckau bestehende
Einrichtung geschlossen und das dortige Personal dann in Duben verwendet,
die notwendige Bedienstetenzahl (vorgesehen sind 161 Bedienstete) wird
dadurch aber nicht erreicht. Verkompliziert wird die Situation noch dadurch,
dass ein Teil der Luckauer Bediensteten seit Frühjahr des Jahres 2002 in der
JVA Cottbus-Dissenchen eingesetzt ist. Bei Eröffnung und Nutzung der JVA
Duben und der damit notwendigen Umsetzung dieser Kolleginnen und Kollegen
entsteht ein zusätzliches Personalloch in der JVA Cottbus-Dissenchen,
welches dann gleichfalls zu schließen ist.
Für den allgemeinen Vollzugsdienst sind derzeit 59 Anwärter in der
Ausbildung, von denen 39 im Frühjahr 2004 den Abschluss erreichen. Zur
Deckung des Bedarfs in Duben und in Cottbus-Dissenchen besteht zwar ein
Minus von 5 Bediensteten, welches aber zumindest theoretisch mit dem
Abschluss der restlichen Anwärter 2005 ausgeglichen werden könnte.
Hinsichtlich der anderen Laufbahnen sind Lücken, die auch bei
Mindestausstattung des Personalkörpers zu schließen sind. Reserven sind auch
in den verbleibenden Anstalten nicht vorhanden. Ursprünglich war seitens des
MdJE vorgesehen, durch Schließung eines Hafthauses in der JVA Brandenburg
a.d.H. im Rahmen der Fortsetzung der dortigen Umbauten und
Sanierungsarbeiten Personal für Duben aus den Bestand von Brandenburg zu
rekrutieren. Ob diese Vorstellungen angesichts der derzeitigen Finanzlage
des Landes aber Bestand haben werden, ist offen. In Erwägung gezogen wird
offenbar auch, entsprechend der Perspektive für die JVA Spremberg als zweite
Jugendstrafanstalt des Landes die dort einsitzenden männlichen Erwachsenen
in andere Anstalten zu verlegen und bis zur Fertigstellung der Umbauten das
dortige Personalreservoir für Duben zu nutzen. Eindeutige Aussagen des MdJE
hierzu gibt es aber noch nicht.
Unberücksichtigt ist hierbei, dass auch die anderen Anstalten
Personalabgänge haben, die zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes
zwingend ersetzt werden müssen. Da aber für 2004 keine Ausbildung für den
AVD vorgesehen ist und somit ein Ersatz im notwendigen Umfang nicht möglich
sein wird, ist eine Gefährdung der Aufgabenerfüllung vorprogrammiert. Schon
jetzt weist die Zahl der Überstunden, aber auch der Krankenstand aus, dass
die physische und psychische Belastungsgrenze bei den Bediensteten in allen
Justizvollzugsanstalten erreicht ist. Insofern ist eine kontinuierliche
Ausbildung mehr den je dringend gefordert.
Finanzministerin Dagmar Ziegler hat beim Richtfest erklärt, sich auch
künftig dafür einzusetzen, dass die für den Strafvollzug erforderlichen
Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden. Offensichtlich ist ihr
hierbei wohl nicht bewusst gewesen, dass dazu auch die Mittel für die
Sachausgaben und für ausreichendes Personal gehören. Insofern ist sowohl von
der Landesregierung als auch den Abgeordneten im Landtag hinsichtlich der
Haushaltsplanungen in diesem Sinne Konsequenz gefordert.
|