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 Schließer, Aufseher, Wärter, Wärterinnen!

Wie viele Jahre müssen noch ins Land gehen, bis die Medien uns endlich achten?

 

 

Es ist das alte Lied, wenn ich einen Polizisten als „Bulle“, „Senfhose“ oder ähnlich anspreche, dann lächelt der höflich und ein Ordnungsgeld wird fällig. Was Geld kostet schafft Respekt!

Aber die „intelligente“ Journaille bedenkt uns Justizvollzugsbeamte respektlos und großmäulig selbst in vermeintlich gutbürgerlichen Blättern mit Berufsbezeichnungen, die nicht einmal im Tierpflegebereich noch üblich sind.

 

Im Duden kann man es nachschlagen:

Schließer à Schließsystem à schließen

Aufseher à zu jemanden aufsehen

Wärter à Warte à Beobachtungsort

 

Passt nicht wirklich!

 

Justizvollzugsbeamte im mittleren Dienst – die klassischen Beamten, die bei dem Stichwort Gefängnis jeder gleich im Kopf hat – absolvieren eine 2-jährige Ausbildung u.a. mit den Ausbildungsfächern Kriminologie, Vollzugrecht, Psychologie, Sozialarbeit, um sich auf die künftige Tätigkeit vorzubereiten.

Es scheint noch immer typisch zu sein, ein Klischee zu bedienen. Nur mit anspruchvoller und achtenswerter Arbeit hat das nichts zu tun! Wir setzen uns in unserem Job mit den Leuten auseinander, mit denen die meisten nichts zu tun haben wollen. Die Presse sollte uns mit gut zusammengestellten Berichten unterstützen, statt uns zu diffamieren.

Kein Wunder, wenn die Kollegen einen dicken Hals kriegen, wenn sie Presse auch nur riechen. Nur Schreiberlinge, Pressefutzis oder Schmierfinken gebrauchen solche Begriffe.

Journalisten recherchieren sachgerechte Synonyme und erreichen Interesse an ihrer Arbeit durch Inhalte, nicht durch Schlagworte.

Vielleicht klappt`s dann ja auch mit dem Gefängnis!

 

Ich jedenfalls bin Justizvollzugsbeamtin!

 

Johanna Schröder, JVA Brandenburg