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Sonderinformation für alle Mitglieder
zur dbb Initiative Sonderzuwendung / Urlaubsgeld
Alles oder
nichts ?
Liebe
Kolleginnen und Kollegen,
durch eine massive Länderinitiative zur Einführung von
Öffnungsklauseln bei Sonderzuwendung und Urlaubsgeld, über die am 05.02.
im Ausschuss für Haushalt und Finanzen beraten wurde und abschließend am
14.02. im Bundesrat entschieden worden wäre, standen der dbb und seine
Mitgliedsgewerkschaften kurzfristig vor der Entscheidung:
Alles oder
nichts
oder
das
Schlimmste durch eine dbb Initiative verhindern?
In einer außerordentlichen Sitzung des dbb
Bundesvorstandes am 03.02. in Königswinter entschieden sich ausnahmslos
alle Bundes-, Bundesfachgewerkschaften und dbb Landesbünde einstimmig
für die zweite Alternative, weil die erste nach übereinstimmender
Auffassung aller Bundesvorstandsmitglieder zur sofortigen ersatzlosen
Streichung des Urlaubsgeldes und mittelfristig auch zum völligen Wegfall
der Sonderzuwendung geführt hätte. Dies galt es durch eine
sofortige Offensive des dbb zu verhindern, weshalb der dbb
Bundesvorsitzende aufgrund der zeitlichen Abläufe gezwungen war (siehe
oben), ohne die Möglichkeit der vorherigen Abstimmung mit den weiteren
Untergliederungen mit den am 03.02. vom dbb Bundesvorstand festgelegten
Eckpunkten des Modells in die Öffentlichkeit zu gehen. Dies hat - nicht
zuletzt durch falsche Interpretationen durch die Medien -
verständlicherweise zu erheblicher Unruhe und Verärgerung unter Ihnen
allen geführt. Diese Gefahr hat der dbb Bundesvorstand durchaus gesehen,
sie ließ sich aber letztlich aufgrund der zeitlichen Sachzwänge nicht
umgehen.
Dennoch stehe ich ohne wenn und aber zu dem nachfolgend
näher erläuterten dbb Konzept, weil jede andere Entscheidung, insbesondere
nach dem Motto „Ohne uns!!“ für Sie, liebe Kollegin, lieber Kollege
die schlechteste aller denkbaren Alternativen gewesen wäre. Also,
hier die beschlossenen Eckpunkte des dbb Modells:
Bei aller möglichen Kritik an diesem
Konzept und der durch die Termine der politischen Gremien bedingten
unverzüglichen Reaktion des dbb und seiner Gewerkschaften darf nicht
übersehen werden, dass ohne diese Initiative das Urlaubsgeld u.U. bereits
in 2003 ersatzlos und alleine zugunsten der öffentlichen Haushalte
gestrichen und die Sonderzuwendung eher heute als morgen weggefallen wäre.
Bereits nach der Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses am 05. 02.
zeichnet sich ab, dass die vordringliche Strategie des dbb, die weitaus
schädlicheren Öffnungsklauseln zu verhindern, durchaus Aussicht auf Erfolg
hat.
Ich appelliere daher an Sie alle, liebe
Kolleginnen und Kollegen, nicht Ihrer verständlichen spontanen Verärgerung
zu folgen. Bedenken Sie sorgfältig alle Argumente und wägen Sie ab, welche
Folgen eine andere, nach außen und den Mitgliedern gegenüber
möglicherweise populärere Vorgehensweise nach dem Motto: „Nicht mit uns!!“
für Sie alle gehabt hätte. Ich bin mir sicher, dass Sie nach
sorgfältiger Abwägung des Für und Wider meine unerschütterliche
Überzeugung teilen, dass die dbb Initiative trotz nicht zu verhindernder
schmerzlicher Opfer letztlich doch Ihren Interessen dienlicher ist, als
eine angesichts der verfassungsrechtlichen Gegebenheiten totale und damit
aus Gewerkschaftssicht folgenlose, vielmehr schädliche
Verweigerungshaltung. Wie bereits anlässlich der dbb
Bundesvorstandssitzung gefordert, werde ich mich mit Unterstützung des dbb
und seiner anderen Fachgewerkschaften für eine soziale Staffelung
hinsichtlich des prozentualen Anteils der Sonderzuwendung einsetzen, um
eine weitestgehend einkommensgerechte Umsetzung des Konzepts zu
erreichen.
Sulzbach, den 06.02.2003
Ihr
Wolfgang Schröder
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