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Tag der Offenen Tür für Familienangehörige der Mitarbeiter am 30.10.2006

In der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel ist am 30.10.2006 erstmals ein Tag der Offenen Tür durchgeführt worden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anstalt sollten, so das Konzept, ihren Angehörigen selbständig große Teile der Anstalt zeigen und dabei über ihren Arbeitsalltag und die Arbeitsumstände realitätsnah berichten. Dieses Angebot der Besichtigung fand großes Interesse bei der Belegschaft und dann auch bei den Familienangehörigen. Letztlich war über ein bewusst unkompliziert gehaltenes Anmeldeverfahren ein wahrer Besucheransturm festzustellen.

Damit war für die Planer eine kleine logistische Meisterleistung zu erbringen. In der kurzen Zeit von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr sollten sich über 800 Besucher in der voll belegten Anstalt in einem relativ großen Einsichtsbereich frei bewegen.

Warteschlange vor dem Einlass

Für die meisten Besucher war schon der Gang hinter die große Mauer mit einem mulmigen Gefühl verbunden. Aber die Einblicke sollten damit erst beginnen.

So bestand neben den Hafthäusern für die Strafhaft mit den Variante Altbau und Sanierung die Möglichkeit, die Sozialtherapeutische Abteilung, die Besucherräume, den Sport- und Freizeitbereich, die Krankenabteilung sowie den Bereich der schulischen Bildung zu besichtigen.

In der Strafhaft

Die neue Krankenabteilung

 

 

Auf dem Weg zu den Eigenbetrieben

Manche Gitter blieben geschlossen

 

Wie sieht ein Haftraum denn nun wirklich aus? Was ist ein BGH? Was heißt in der Anschauung Etagendienst? Wie funktioniert Arbeit im Gefängnis? Fragen über Fragen, wie sie jeder Vollzugsbeamte oft gestellt bekommt. Jeder kann sie beantworten, aber Gefängnis zum Anfassen und fast zum „Mitmachen“, das hinterlässt natürlich viel tiefere Eindrücke.

In der Stadt die kleinen Gefangenentransporter sehen oder einmal live dabei sein, einen Umlaufbus besichtigen und sich einmal die Frage stellen, wie eigentlich Gefangene durchs Land transportiert werden, das vermittelt einen authentischen Blick auf die Arbeit des Vollzuges.  

Der Gefangenentransportbus war ein Magnet

Zudem konnten die Mitarbeiter mit ihren Angehörigen und auch ehrenamtliche Vollzugshelfer die Möglichkeit nutzen, um Eigenbetriebe wie die Tischlerei, die Schneiderei oder die Schlosserei zu besichtigen. Im Rahmen eines kleinen „Werkverkaufs“ konnten auch Erzeugnisse der anstaltseigenen Produktion und der Gefangenenbeschäftigung erstanden werden.

Die gesamte Veranstaltung war getragen von dem Gedanken, dass über die Arbeit hinter den hohen Mauern und hinter den vielen Gittern zwar viel erzählt und in den Medien berichtet wird, aber eine wirkliche Vorstellung wird dadurch nur sehr begrenzt vermittelt. Ein Besucher hat es auf den Punkt gebracht: „ Ich kann alles über die Sahara im Fernsehen erfahren, aber um sie zu erleben muss ich schon hinfahren und mitten drin stehen.“

Fazit: Eine gelungene Veranstaltung mit hohem Identifikationswert und trotz offener Türen waren die einen wieder vollzählig draußen und die anderen immer noch vollzählig drinnen.