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Sonderzahlung 2010 -
wie bekommt man diese „Kuh“ vom Eis?
Vertreter der AG
Justiz am 26. Mai 2010 im Gespräch mit der Fraktionsvorsitzenden der LINKEN
im Landtag, Kerstin Kaiser
Die Landesvorsitzenden der
Deutschen Justizgewerkschaft (DJG) Sabine Wenzel, des Bundes
der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands (BSBD)
Willi
Köbke
und des Deutschen Amtsanwaltsvereins (DAAV) Thomas Prasuhn
wurden von Kerstin Kaiser (DIE LINKE) am 26.05.2010 zu einem
Gedankenaustausch zur Problematik der Sonderzahlung an Beamte, dem aktuellen
Streitpunkt im Rahmen der Haushaltsgestaltung der Landesregierung empfangen.
Zugleich wurde die Möglichkeit genutzt, auch andere haushaltsrelevante
Sachverhalte (Übernahme von Tarifabschlüssen für die Beamten,
Stellenkürzungsvorhaben u.a.) anzusprechen.
Willi Köbke
wies zu Beginn darauf hin, dass es sowohl für die Bediensteten als auch die
Landesregierung von Vorteil sei, in dieser Sache eine strategische und
damit langfristige Lösung zu finden. Hierbei biete es sich an, wie in
einigen anderen Ländern aber auch im Landtag selbst praktiziert, die
Sonderzahlung in die monatliche Grundvergütung einzubauen. Damit würden
die sonst immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen zwischen
Landesregierung und Gewerkschaften vermieden und für die Haushaltsplanungen
gäbe es eine verlässlichere Planungsgrundlage. In der Form eines festen
Sockelbetrages für alle - unabhängig von der Besoldungsgruppe - wäre auch
dem Anliegen der LINKEN entsprochen, eine Sozialkomponente
einzubringen. Zugleich wäre dies ein Schritt, die vormals halbierte
Anpassung der Bezüge für die Beamten in Bezug auf die damalige
Tarifsteigerung wenigstens teilweise zu korrigieren. „Die Beamten im
Land Brandenburg“, so Willi Köbke,
„haben die Sonderzahlungen für die Jahre 2007 bis 2009 durch die Minderung
der monatlichen Anpassung um 1,4 Prozent selbst finanziert!“
Kerstin Kaiser
legte dar, dass die für eine Sonderzahlung reservierten finanziellen Mittel
trotz der schon gefassten Haushaltsbeschlüsse immer noch ausgewiesen sind.
Klar ist jedoch, so Kaiser, dass die Landesregierung von sich aus
keine neue Gesetzesvorlage dazu einbringen werde. Deshalb sei ihre
Fraktion nunmehr im Gespräch mit dem Koalitionspartner, als Landtagsfraktion
einen eigenen Gesetzentwurf bezogen auf das Jahr 2010 einzubringen. Hier
laufen derzeit noch die Abstimmungen mit der SPD, deshalb könne sie keine
konkreten Aussagen in dieser Hinsicht machen.
Anschließend forderten die
Vertreter der AG Justiz die Fraktionsvorsitzende auf, sich dafür
einzusetzen, dass die beiden Statusgruppen im öffentlichen Dienst eine
tatsächliche Gleichbehandlung im Land Brandenburg erfahren, denn auch
bei den Beamten gibt es eine sehr große Gruppe mit nicht gerade üppigen
Bezügen. Außerdem würde teilweise gleiche Arbeit geleistet, die im Sinne
einer gerechten Gleichbehandlung auch gleiche Behandlung bei der Anpassung
der Besoldung an die Tariferhöhungen erfordern. Insofern ist es wenig
überzeugend, wenn die Koalition durch die im Rahmen der Föderalismusreform
übertragene Kompetenz den Beamten Kürzungen bei der Anpassung der Besoldung
an Tariferhöhungen zumutet und gleichzeitig die Gleichbehandlung der
Statusgruppen propagiert.
Auch die Vorhaben zu
Stellenkürzungen im Geschäftsbereich des Ministeriums der Justiz wurden
von den Vertretern der AG Justiz kritisiert. Der Personalbedarf in
der Justiz leitet sich vom Aufgabenerfordernis ab und hierfür gibt es klare
gesetzliche Vorgaben, die eben nicht betriebswirtschaftlichen Aspekten
folgen. Dies sollten endlich auch Finanzpolitiker zur Kenntnis nehmen.

Willi Köbke
Landesvorsitzender
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