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 Zukunftsvisionen

Wenn sich das Durchschnittsalter der zahl 50 nähert, sollte sich das Land ernsthaft Gedanken machen!

 

 

Gemeint ist nicht irgendeine ins Land stehende Jahreszahl oder ein festliches Ereignis. Gemeint ist das durchschnittliche Alter seiner Beamten, zumindest im Strafvollzug.

Darüber ist schon mehrfach berichtet worden, aber offensichtlich noch nicht oft genug!

Im Land Brandenburg ist die Ausbildung und damit auch die Einstellung von neuen Vollzugsbeamten erst einmal auf das Jahr 2010 verschoben – gemunkelt wird auch von 2012. Bis dahin gehen aber in den Anstalten des Landes viele Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand, ersatzlos!

Das mag ja durchgerechnet sein und der ominöse Bundesdurchschnitt mag auch gegen Einstellungen sprechen, aber gesund oder gar an Fürsorge orientiert ist das nicht. Hier soll auch nicht das das große Wort vom Sicherheitsverlust in den Ring geworfen werden. Aber es bleibt Tatsache.

Wir kennen das von der Politik zur genüge, passiert im Gefängnis nichts, wird gekürzt. Der Steuerzahler und Wähler will das so. Passiert im Gefängnis etwas, kommt die Politik eilig mit gönnerischen Gaben. Die Innere Sicherheit ist gefährdet, der Steuerzahler und Wähler hat ein Recht darauf, sich in Sicherheit bewegen zu können.

Vollzugsbeamte im mittleren Dienst haben für ihre Dienstbereitschaft eine besondere Altersgrenze, wie Polizisten und Feuerwehrleute auch, das hat seinen guten Grund. Beim Einsatz der Feuerwehr erwartet jeder im Ernstfall körperlich und geistig leistungsfähige Männer und Frauen, die kein Brand und kein noch so schlimmer Verkehrsunfall aus dem Latschen kippen lässt. Das scheint für den Vollzug nicht notwendig. Im Zweifel machen sich womöglich selbst die Landtags-Volksvertreter über über die RRT (rüstige Rentnertruppe) lustig, wenn einem Gefangenen der Fluchtversuch gelang und schreit nach Konsequenzen. Sie vergessen aber, dass sie selbst die Ursachen gelegt haben für derartige Entwicklungen.

Vollzugsbeamte haben nun einmal keinen Schreibtisch-Job. Sie müssen ständig hohen physischen und psychischen Belastungen gewachsen sein. Wir sind da, damit nichts passiert oder wenn etwas passiert, dass es möglichst wenig Schaden gibt. Aber dafür müssen wir auch genug sein. Das Märchen von Hase und Igel ist zwar ganz lustig, bei der Sicherheit von Gefangenen, Bediensteten, Besuchern, Externen und der Öffentlichkeit muss der Spaß aber ein Ende haben.

 

Und der alte Hut vom steigenden Lebensalter ist hier eher eine Diffamierung als ein Argument.

Im Gefängnis gib es Schonplätze nur für Gefangene. Das Bild des Vollzugsopas, der sich vom zufällig wohl gesonnenen Gefangenenenkel über die Etage helfen lässt, ist eine hochbrisante Angelegenheit. Auch ist das Bild des 65-jährigen Krankenpflegers, der versucht, einen 25-jährigen Gefangenen vom Bett in einen Rollstuhl zu wuchten, nicht wirklich lustig.

Politiker mögen glauben, dass sie mit 67 noch topfit und leistungsfähig sind und vielleicht gibt es auch in den Verwaltungen etwas ruhigere Plätze, auf denen man dem Ruhestand gelassen entgegen gehen kann. Im Vollzug gibt es sie definitiv nicht. Und einem aufgeputschten Gefangenen ist das Alter des ihm gegenübertretenden Beamten völlig egal. Der hat bis hin zum Zerstören des Lebens anderer gezeigt, dass seine Hemmschwelle da nicht funktioniert. Und es ist eine komische Vision, dass wir unsere Gefängnisse mit der Rücksicht der Einsitzenden verwalten.

Im Land Brandenburg wird gerade über das Dienstrecht beraten. Warum kann die Altersgrenze nicht bei 60 Jahren bleiben? Wer sich dann fit fühlt und es auch tatsächlich ist, der soll im Einzelfall auch weiter Dienst verrichten können. Aber das Problem sind nicht die Alten, sondern die fehlenden Jungen.

Und wie immer ist es die gute Mischung, die es ausmacht!