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„Der
letzte Bau“
Der Um- und Neubau der JVA
Brandenburg a.d.H. ist der letzte Abschnitt des Mitte der 90er Jahre
beschlossenen Bau- und Investitionsprogramms für den Strafvollzug im Land
Brandenburg. Am 25.11.2008 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue
Pforte.
Die JVA Brandenburg a.d.H. hat eine sehr wechselhafte
Geschichte erlebt. Auch eine Grundsteinlegung gab es schon: 1927 als damals
modernste Strafanstalt. Typische Elemente eines damaligen Gefängnisses
prägten den Baukörper, aber auch streng funktionale Formen. Das
fünfgeschossige Verwaltungsgebäude dominiert den ersten Blick. Die
dreigeschossigen Hafthäuser mit einem panoptischen Flursysten ergänzen den
Eindruck steinernder Sicherheit. Wirtschafts- und Arbeitsgebäude sind erst
bei näherem Betrachten erkennbar. Einmalig in Deutschland dürfte sein, dass
seit dem Ende des II. Weltkrieges dauerhaft die Kanone eines Panzers
russischer Bauart (T 34) auf die Anlage gerichtet ist.
Mit dem Abriss der alten Außenpforte, dem Unterkunftsgebäude
und der Verwaltung der Aus- und Fortbildungsstätte wurde in der Mitte des
Jahres mit dem letzten Abschnitt des Um- und Neubaus der JVA
Brandenburg a.d.H. begonnen, um die baulichen Voraussetzungen für einen der
heutigen Zeit angepassten Vollzug zu schaffen. Schon seit 1994 sind
dringende Teilmaßnahmen realisiert worden: das Hafthaus IV wurde als
Krankenhausabteilung umgebaut, das Hafthaus II und die Küche wurden saniert,
ein Neubau für den offenen Vollzug errichtet. Auch in neue Sicherungstechnik
wurde investiert. Das alles immer bei laufendem Vollzugsbetrieb und
das wird auch bis zur Fertigstellung voraussichtlich 2014 der Fall sein.
Am 25.11.2008 fand dann die feierliche Grundsteinlegung
für das neue Pfortengebäude statt, welches schon in einem
fortgeschrittenen Bauzustand ist. Justizministerin Beate Blechinger (CDU),
Finanzminister Rainer Speer (SPD) sowie Wolfgang Bösche vom
Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bau waren die Redner
des Festaktes. „Nach den Neubauten der JVA Wulkow, Cottbus-Dissenchen und
Duben ist dies die letzte große Herausforderung im Strafvollzugsbau des
Landes Brandenburg", sagte Justizministerin Blechinger. „Mit diesem
Bauprojekt wird das von der Landesregierung verabschiedete Bau- und
Investitionsprogramm für den Strafvollzug bis 2014 zum Abschluss gebracht",
erklärte Finanzminister Speer. „Die größte Herausforderung dieser
Baumaßnahme ist die Sanierung bei laufendem Gefängnisbetrieb."
20 einzelne Bauvorhaben stehen noch an. Für den Neubau der
Pforte bis Januar 2010 sind hierbei 4,1 Millionen Euro eingeplant. Die
Grundfläche der gesamten JVA wird von ehemals 56 Hektar, heute 41 Hektar
auf 21 Hektar reduziert. 33 000 Quadratmeter Nutzfläche in den Gebäuden
werden verändert, die Gefangenen bekommen Einzelräume. Zweierbelegung bleibt
künftig die Ausnahme. Eine drei Kilometer lange und 6,50 Meter hohe Mauer
sichert das Kernareal der Vollzugsanstalt.
Die Grundsteinlegung nahmen dann die beiden
Kabinettsmitglieder und der Leiter der JVA, Hermann Wachter, mit
jeweils einem Hammerschlag vor. Minister Speer ließ es sich dabei nicht
nehmen, darauf hinzuweisen, dass in der traditionell beigefügten aktuellen
Tageszeitung über die angekündigte Freilassung des RAF-Terroristen Christian
Klar berichtet wurde.
Das kleine Grundsteinpodest dürfte allerdings nur eine kurze
Lebensdauer haben: Es befand sich in der Mitte der künftigen
Schleuseneinfahrt.
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