Heesen kritisiert perspektivlose
Politik für den öffentlichen Dienst
Perspektivlosigkeit hat der stellvertretende
dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen der Bundesregierung in ihrer Politik für
den öffentlichen Dienst vorgeworfen. Statt endlich grundlegende Kernfragen
zu beantworten, „wisse offensichtlich keiner derer, die am öffentlichen
Dienst herum reformieren, wohin die Reise eigentlich gehen soll.“
Vor dem Gewerkschaftstag des
Bundesgrenzschutz-Verbandes am 19. September 2003 im dbb forum berlin nannte
Heesen als Kernfragen, die vorrangig beantwortet werden müssten:
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Welchen Staat wollen wir eigentlich?
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Was sind seine künftigen Aufgaben?
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Wer soll sie erledigen?
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Wie müssen die Menschen, die diese
Aufgaben erfüllen, behandelt werden?
Statt diese grundlegenden Weichenstellungen in
Angriff zu nehmen, erschöpfe sich die Politik in Schuldzuweisungen und
Scheinlösungen. So mute es schon sehr merkwürdig an, wenn die für die
desolate Lage der öffentlichen Haushalte Verantwortlichen nun andere,
nämlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, für
ihre verfehlte Haushaltspolitik bestrafen. Denn als Bestrafung empfunden
würden die Einkommenskürzungen, die vielfach mit mehr Arbeitszeit, stärkerer
Arbeitsverdichtung und neuen Aufgaben gepaart sind, insbesondere, weil keine
Perspektiven für die kommenden Jahre aufgezeigt werden, die die
Einkommenseinbußen wieder wett machen könnten.
Zurückgewiesen wurden von Heesen auch die
pauschalen Schuldzuweisungen an die Gewerkschaften, denen Betonmentalität
und Besitzstandsdenken vorgeworfen wird. Gerade die Gewerkschaften trügen
mit ihrer Arbeit dazu bei, den sozialen Frieden im Land zu sichern. Im
öffentlichen Dienst sorgten sie mit ihrem Engagement darüber hinaus für die
Funktionsfähigkeit des Staates, für die Aufrechterhaltung staatlicher
Leistungen für jeden Bürger, für Sicherheit, für Gerechtigkeit, Bildung, für
regelmäßige Staatseinnahmen, für die Auszahlung von Sozialleistungen und für
viele Dienste, die für Private nicht von Interesse sind, weil es nichts zu
Verdienen gibt. „Und wir, die Gewerkschaften im dbb, wir wollen einen rundum
funktionsfähigen Staat. Deshalb lehnen wir auch kategorisch ein Streikrecht
für Beamte ab,“ unterstrich Heesen. Eine Polizei beispielsweise, die auf
einen Arbeitskampf zusteuere, liefere geradezu eine Einladung für
terroristische Gewaltakte und für den Anstieg von Kriminalität.
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