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Trennungsgeld und
kein Ende
Aktuelle Enthüllungen bestätigen Vermutungen des dbb brandenburg
Die aktuellen Enthüllungen in Sachen Trennungsgeld-Affäre
bestätigen die Vermutungen des dbb brandenburg, wonach die Betroffenen
hauptsächlich unter versetzten Beamten aus den alten Bundesländern zu finden
sind, die in den neunziger Jahren als Aufbauhelfer nach Brandenburg kamen,
um hier am Aufbau der Verwaltungsstrukturen mitzuwirken.
Dabei wird nicht unterstellt, dass diese Beamten wissentlich falsche Angaben
zur Erlangung von Trennungsgeldzahlungen gemacht haben. Zur Gewährung von
Trennungsgeld gehöre jedoch nicht nur die Antragstellung, sondern auch deren
Bearbeitung und Genehmigung, so der Landesvorsitzende des dbb brandenburg,
Heinz-Egon Müller. Es steht zu vermuten, dass die Anträge wohlwollend
bearbeitet wurden, weil einerseits großes Interesse an der Arbeit der
versetzten Beamten bestand, ihnen aber andererseits nicht zugemutet werden
sollte, ihre Wurzeln im Westen gänzlich abzubrechen.
Insoweit ist es im Konsens der Beteiligten offensichtlich politisch gewollt
gewesen, einen sehr weiten Spielraum bei den Ermessensentscheidungen
auszuschöpfen oder ein Ermessen dort auszuüben, wo die
Trennungsgeldverordnung keines zulässt. Die Einsetzung einer
Ermittlungsgruppe erscheint daher ziemlich scheinheilig.
Die Konsequenz kann nur lauten, die entsprechenden Verordnungen korrekt
anzuwenden. Für eine Veränderung der Grundlagen zur Trennungsgeldgewährung
bestehe daher kein Anlass, so Müller weiter. Sie würden im Zweifel nicht
diejenigen treffen, die jetzt im Blickpunkt der Kritik stehen, sondern die
Beschäftigten, die heute von so genannten Verwaltungsmodernisierungsvorhaben
betroffen sind und bei Wegfall ihrer Behördenstandorte künftig lange Wege
durch das Land Brandenburg in Kauf nehmen müssten. Diese könnten, wie zum
Beispiel bei der Auflösung der Oberfinanzdirektion Cottbus, 140 km und mehr
für den einfachen Arbeitsweg betragen.
Der nun an den Tag gelegte Aktionismus und die parteiübergreifende Einigkeit
bei der Einsetzung einer Ermittlungsgruppe durch die Landesregierung ist
eher geeignet von den eigentlichen Problemen des Landes abzulenken.
„Ich kann mich nicht erinnern, dass bei den Millionengräbern des Landes wie
Cargo-Lifter, Lausitzring und Chipfabrik mit ähnlicher Leidenschaft durch
Einsetzung von hochkarätigen Ermittlern reagiert wurde, wie bei den
vergleichsweise geringen Beträgen der so genannten Trennungsgeld-Affäre“, so
der Landesvorsitzende des dbb brandenburg in einer vorläufigen Bewertung.
Potsdam, 28.01.2004
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