|
Brandenburg wird ein gefährliches Pflaster!
Zusätzliche
Stellenstreichung im Bereich innere Sicherheit und Rechtsgewährung geplant
Finanzminister Rainer
Speer war offensichtlich zufrieden mit sich selbst, als er den
Haushaltsentwurf 2007 den Medien vorgestellt hat. Er gibt zwar zu, dass der
Schuldenabbau nicht wie geplant realisiert werden kann, möchte aber trotzdem
den öffentlichen Dienst weiter schröpfen. So sieht er zusätzliches
Einsparpotential in der Stellenausstattung und kündigt sogleich
Streichungen im Umfang von 1.000 Stellen über die ursprünglichen Planungen
hinaus an. Er schiebt auch gleich nach, wo er dies machen will – nämlich
in den Bereichen, die für die innere Sicherheit und die
Rechtsgewährung verantwortlich zeichnen: Strafvollzug, Polizei,
Amtsgerichte. Alles Ressorts, in denen die Grenze der
Belastungsfähigkeit der Bediensteten schon lange erreicht ist und die für
das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung eine sehr
entscheidende Rolle spielen.
Einen Rainer Speer schert
dies jedoch nicht. Der Gewährleistung der inneren und der Rechtssicherheit –
übrigens eine Kernaufgabe hoheitsrechtlichen Handelns – fühlt er sich
nicht verpflichtet. Der Anspruch der Bürger auf Schutz ihrer Gesundheit und
ihres Eigentums interessiert ihn ebenso wenig wie die Gewährleistung von
Rechtswahrung und Rechtsverwirklichung wenigstens auf durchschnittlichem
Niveau. Dies bringt schließlich für ihn keine Punkte, nur mit Kürzungen kann
er sich profilieren. Dient er damit tatsächlich dem
Wohl des Volkes, dem er sich doch ebenso verpflichtet fühlen muss wie die
anderen Ressortchefs?
Bedenklich für den BSBD
Brandenburg ist, dass sich der Innenminister Jörg Schönbohm
offensichtlich dem Diktat beugen will. Störenfried ist scheinbar nur das
Justizressort und hier der die Folgen solcher unsinnigen Stellenkürzungen im
Strafvollzug fachkundig einschätzende zuständige Abteilungsleiter.
Justizministerin Blechinger hält sich hier in der Öffentlichkeit noch
zurück, dürfte aber – genau wie ihr Amtskollege Schönbohm – für alle daraus
resultierenden Mängel und Unzulänglichkeiten verantwortlich gemacht werden.
Fakt ist: Die angedachten
zusätzlichen Streichungen von Personal im Strafvollzug, bei der Polizei und
an den Gerichten führen unweigerlich zur weiteren Absenkung von
Sicherheits- und Rechtsstandards für die Menschen im Land
Brandenburg. Nicht nur fehlende Arbeitsmöglichkeiten lassen immer mehr
Bürger ihr Glück in anderen Bundesländern suchen, auch sinkende
Sicherheitsfürsorge und -vorsorge verringern die Lebensqualität. Dies
aber liegt in der alleinigen Zuständigkeit des Kabinetts.
Bleibt zu hoffen, dass
wenigstens die gewählten Volksvertreter im Landtag das ihnen von den
Wählern übertragene Mandat ernst nehmen und politisch
verantwortungsbewusst und weitsichtiger handeln.
Was nutzt dem Bürger - und
auch seinen Kindern, auf die sich Politiker in diesem Zusammenhang immer
gern berufen - ein ausgeglichener Haushalt jenseits von 2010, wenn er um
sein Leib, Leben und Gut fürchten muss! Vernünftige, weitsichtige und
verantwortungsbewusste Finanzpolitik sieht anders aus, als Rainer Speer sie
in Hinsicht auf die Stellenkürzungen präsentiert hat.
Er kann ruhig schlafen – kann es der Bürger tatsächlich auch?
Vielleicht erst dann, wenn Politiker, die das Sicherheitsbedürfnis der
Bürger in solcher Weise als nachrangig ansehen, ihren Stuhl räumen!
Willi Köbke
Landesvorsitzender
|