Der
informiert:
Landtagsfraktionen torpedieren
Solidarpakt mit Gewerkschaften
Während die Verhandlungsdelegation des dbb brandenburg
in Fortführung des Spitzengespräches beim Ministerpräsidenten mit
Vertretern der Landesverwaltung am Verhandlungstisch nach
Einsparmöglichkeiten im Personalkostenbereich für das Haushaltsjahr 2004
suchte, haben zeitgleich die Landtagsfraktionen von SPD und CDU die
Weichen für betriebsbedingte Kündigungen im öffentlichen Dienst gestellt.
Nur so ist zu
verstehen, dass die Landtagsmehrheit einem Änderungsantrag zum Entwurf des
Haushaltsstrukturgesetzes zugestimmt hat, nach dem der Stellenabbau in den
Verwaltungen nicht mehr sozialverträglich erfolgen muss. Die Streichung
des Wortes „sozialverträglich“ im Zusammenhang mit dem vorgesehenen
Stellenabbau macht die Absicht klar, alle bisherigen Vereinbarungen mit
den Gewerkschaften zu unterlaufen und betriebsbedingte Kündigungen als
Instrument zur Lösung der Haushaltskrise künftig gezielt einzusetzen.
Die
Landtagsfraktionen ignorieren dabei, dass der bisher im Zuge der
Verwaltungsmodernisierung geplante bzw. zwischenzeitlich realisierte
Stellenabbau nur mit maßgeblicher Unterstützung der Gewerkschaften zu
Stande kam, und torpedieren die weitere Zusammenarbeit mit den
Gewerkschaften. „Landtag und Landesregierung müssen sich im Klaren sein,
dass eine weitere Mitwirkung des dbb brandenburg bei der Suche nach
Auswegen aus dem finanziellen Desaster des Landes von einer transparenten
und verlässlichen Haltung sowohl der Legislative, als auch der Exekutive
abhängig ist“, so Heinz-Egon Müller, der Landesvorsitzende des dbb
brandenburg. „Weitere Einschnitte in die Beschäftigungs- und
Entgeltbedingungen für den öffentlichen Dienst sind nicht zum Nulltarif zu
haben. Die Gewährleistung der Sicherheit der Arbeitsplätze ist unbedingte
Voraussetzung für unsere künftige Verhandlungsbereitschaft zur Lösung von
Problemen des Landes, die die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes
nicht selbst verschuldet haben“.
Zunehmend
unverhohlenere Drohungen der Regierungskoalition oder von Vertretern der
Landesregierung werden den wachsenden Widerstand der Beschäftigten in der
Landesverwaltung und in den Kommunen hervorrufen. Auch die
Leidensfähigkeit der ostdeutschen Beschäftigten im öffentlichen Dienst hat
ihre Grenzen. Sie werden dann überschritten, wenn bei zunehmender
Arbeitsverdichtung die Anerkennung für erbrachte Leistungen unterbleibt
und wenn die Motivation durch Aussicht auf Verlust des Arbeitsplatzes
zerstört wird.
Potsdam,
12.06.2003
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