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Liebe Kolleginnen und
Kollegen!
Wie unseren
Veröffentlichungen in der letzten Zeit entnehmbar gibt es in der
Landesregierung Bestrebungen, den Strafvollzug in Brandenburg noch stärker
als bisher zu schröpfen und ihn auf Grund unrealistischer Sichtweisen bis
zur Handlungsunfähigkeit zusammenzukürzen. Hierbei ist Finanzminister
Speer (SPD) zwar der treibende Keil, die anderen Kabinettsmitglieder
werden sich jedoch kaum gegen diese Bestrebungen wehren, da sie nicht ihr
Ressort betreffen.
Justizministerin
Blechinger (CDU) versucht zwar, die Kürzungen durch ein neues
Entwicklungskonzept für den Justizvollzug in Grenzen zu halten, findet
hierzu aber zumindest bei ihren Kabinettskolleginnen und Kollegen keine
Unterstützung. Selbst dieses Konzept beinhaltet Kürzungen, die nur noch
einen eingeschränkten Strafvollzug zulassen und die Belastungen
für jeden einzelnen Bediensteten bis an seine physischen und psychischen
Grenzen erhöht. Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass er in
irgendeiner Weise von den Folgen verschont bleibt.
Der BSBD Brandenburg
arbeitet derzeit intensiv daran, die Politiker im Landtag – immerhin die
gewählten Volksvertreter – zu bewegen, den Irrsinn Speerscher Sparpolitik in
Hinsicht auf den Strafvollzug zu stoppen, es sieht aber ganz danach aus,
dass dies allein diesmal nicht reichen wird. Deshalb wird es
dringend erforderlich sein, durch weitergehende Aktionen unter
breiter Beteiligung aller Vollzugsbediensteten der Landesregierung
und dem Parlament deutlich zu machen, wohin ein solcher Kurs führt und die
Bediensteten sich nicht für die gravierenden Folgen in Bezug auf die
Sicherheit und die Rechtsverwirklichung verantwortlich machen lassen.
Kommen die Planungen des
Finanzministers zum Tragen, wird es zu einem weiteren Fortfall von
Haftplätzen und zur Aufgabe von Vollzugsstandorten mit der Folge einer
politisch gewollten Überbelegungen kommen – und das mit einer
Personalausstattung, die ein Beherrschen der Lage in den Vollzugsanstalten
nicht mehr möglich macht.
Stellen Sie sich vor, Ihr
Kollege oder Ihre Kollegin neben Ihnen wird ab 2009 nicht mehr da sein – und
das bedeutet eine Stellenreduzierung um 38,1 Prozent, also fast um
die Hälfte – dann können Sie ermessen, was an Belastungen auf Sie zukommen
wird. Trotzdem wird man Sie als Strafvollzugsbediensteten alleinig
verantwortlich machen, wenn Sie Aufgaben aus Zeitgründen nicht mehr
schaffen oder Ihnen aus Überlastungsgründen Fehler unterlaufen.
Jeder ist betroffen – und
diesmal eben nicht nur durch eine Verwendung in einer anderen Dienststelle.
Deshalb ist es in Ihrem eigenen Interesse, uns in der Abwehr
verantwortungsloser Streichungsvorhaben durch solche politischen Hasardeure
wie Rainer Speer aktiv zu unterstützen – und das auch mit Ihrem
persönlichen Einsatz, wenn der BSBD zu Aktionen aufrufen wird.
Sammeln Sie deshalb bei den
bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel viel Kraft, denn
danach wird es für uns alle mehr als ernst.

Ich wünsche den Mitgliedern
unseres Verbandes und gleichzeitig allen im Strafvollzug des Landes
Brandenburg Tätigen trotz der verheerenden Aussichten ein geruhsames
Weihnachtsfest und ein vergnüglichen Rutsch ins Neue Jahr
2006.
Willi Köbke
Landesvorsitzender
Übrigens:
Während
ver.di’s Fachgruppe Justiz
noch versucht, in Erfahrung zu bringen, was sich im Strafvollzug ändern soll
(siehe deren Info
Dezember 2005),
haben wir schon seit vier Wochen gehandelt!
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